Das wiederum hält Eberth für "beschämend". Schließlich sei der Kardinal Ehrenbürger der kreisfreien Stadt Bad Kissingen und der früher selbstständigen Gemeinde Hausen, schreibt er. Außerdem habe er sich bei seinen Anfragen an die Stadt Bad Kissingen und die Pfarrei Hausen eventuelle Fördermittel so einzusetzen, "dass sich das Buch für den Käufer verbilligt."

Bad Kissingens Kulturreferent Peter Weidisch sagte auf Anfrage, das Gesuch sei im nicht öffentlichen Teil der Kulturausschusssitzung am Dienstag behandelt worden. Der Stadtratsausschuss sei aber nicht der Empfehlung der Verwaltung gefolgt und habe "mit klarer Mehrheit" einen Zuschuss abgelehnt. Darüber habe er Eberth am Mittwoch informiert. Ein schriftlicher Bescheid folge unverzüglich, so Weidisch.

Auch die Kirchengemeinde Hausen will das Eberth'sche Vorhaben nicht unterstützen. Das habe Dekan Thomas Keßler entschieden, sagten auf Anfrage Kirchenpfleger Erich Burkhard und Berthold Todt, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Der Beschluss ist laut Berthold Todt einstimmig gefallen.

Bei dessen Sitzung habe es geheißen, es seien schon so viele Bücher über Kardinal Döpfner verfasst worden. Manche lägen nur herum und würden nicht mehr gelesen. Auch sei das Geld knapp. Es stünden eine Reihe dringender Maßnahmen an. So sei unklar, was aus dem Pfarrhaus werden soll, wenn es der Kindergarten nicht mehr als Ausweiche benötige. Die Diözese Würzburg habe bereits mitgeteilt, dass es von ihr für einen Umbau keinen Zuschuss gebe.

Dekan Keßler sagte, die Kirchengemeinde könne momentan Eberth's Vorhaben finanziell nicht unterstützen. Sie gestalte im Jubiläumsjahr ein Programm zu Ehren von Kardinal Döpfner. Der Oberhirte werde unter anderem beim Pfarrfest am 21. Juli 2013 Thema sein. Dort sei ein Festgottesdienst vorgesehen. Im Vorfeld seien weitere Vernstaltungen geplant. Ferner gebe es in Bad Kissingen ein Symposium der Katholischen Akademie Bayern in Zusammenarbeit mit der Domschule Würzburg.