"Überflutete Keller im Bereich der Neubaustraße, Riedweg und Kissinger Straße" lautete die Meldung der Freiwilligen Feuerwehr Nüdlingen am Sonntag, 5. Juni, 2016, um etwa 17 Uhr. Ein Starkregen überlastete die Kanalisation in der Einmündung von Riedweg und Kissinger Straße im Bereich der Tankstelle.

Das Kanalnetz der Gemeinde Nüdlingen wird seit dem Kläranlagenbau 2002 kontinuierlich mit den erforderlichen Regenüberläufen für Starkregenereignisse ausgerüstet. Nach dem Bau des Regenüberlaufs Nr. 9 im Jahr 2015 im Riedweg fehlte jedoch noch eines der letzten Bausteine, der Regenüberlauf Nr. 7. Die Voraussetzungen dieses Überlaufs stellte das beauftragte Ingenieurbüro Hossfeld & Fischer, beratende Ingenieure Bad Kissingen, und die Gemeinde Nüdlingen vor große technische Herausforderungen, denn die Gemeinde besitzt im Einmündungsbereich Riedweg/Kissinger Straße kein Grundstück. Der Gemeinderat entschloss sich, trotzdem das Projekt Nr. 7 anzugehen, da dieses Bauwerk aufgrund der baulichen Entwicklung über die Jahre inzwischen für 26 Hektar Entwässerung der Bebauung zuständig ist.

Als Standort des Überlaufs wurde die Grünfläche vor dem Blumenladen Bauer festgelegt. Die Kanäle des Riedwegs und der Ortsdurchfahrt Kissinger Straße sollten im Einmündungsbereich der Tankstelle zusammengefasst und mit einem Querschnitt von 1,4 Metern unter dem Riedbach hindurch in die Nr. 7 führen. Der Überlauf sollte dann rückwärts in den höher liegenden Riedbach geführt werden. 1,844 Millionen Euro lautete das Ergebnis der Ausschreibung im Mai 2019 für diese notwendige Baumaßnahme.

Bauzeit konnte reduziert werden

Durch glückliche Umstände konnte die Gemeinde im Juni 2019 das Gebäude Riedweg Nr. 2 erwerben. Mit dieser Fläche konnte der Regenüberlauf gegenüber der Tankstelle vor dem Riedbach geplant und gebaut werden. Der neue Standort erleichterte das Bauvorhaben enorm: Die Länge der Kanalstränge verkürzt sich. Die Zusammenfassung im Einmündungsbereich Riedweg/Tankstelle und die Bachunterführung entfielen. Damit reduzierte sich die Bauzeit und die Beeinträchtigungen für den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt wurden massiv verkürzt. Die erneute Ausschreibung der Baumaßnahme lautete auf 1,460 Millionen Euro.

Am Ende gab es sogar noch eine Einsparung bei den Kosten, informiert die Gemeinde in einer Pressemeldung. Dies habe sich dank der Planung und Bauüberwachung durch das Ingenieurbüro Hossfeld & Fischer sowie die termingerechte Bauausführung im Jahr 2020 durch das beauftragten Bauunternehmen Firma Josef Hell ( Eltingshausen) und die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt und den Gemeindewerken Nüdlingen, die für die Erneuerung der Versorgungsleitungen zuständig waren, ergeben. Die Baumaßnahme wird daher voraussichtlich unter 1,4 Millionen Euro abgerechnet werden können, teilte die Gemeinde Nüdlingen weiter mit. red