Vor 25 Jahren startete die Bad Brückenauer Musikschule mit ihrem Unterricht. Mit einem großen Festabend feierte die Einrichtung am Freitag das Jubiläum, Schüler und Lehrer begeisterten das Publikum in der voll besetzten Georgi-Kurhalle. Zudem wurden langjährige Mitglieder und Lehrer geehrt, darunter Birgit Frech-Hirschler, für die die Musikschule ein Stück Leben ist.
"Die Musikschule hat heute einen festen Platz", sagt Birgit Frech-Hirschler, wenn sie über ihre 21 Jahre als Lehrerin nachdenkt. Früher sei die Einrichtung häufig in Frage gestellt worden, viele Brückenauer hätten nicht gewusst, dass die Stadt eine Musikschule hatte.
Vor 21 Jahren war Birgit Frech-Hirschler die erste Lehrkraft für Elementare Musikpädagogik und damals als Vollzeitkraft für die Musikschule tätig. Heute hat die staatlich geprüfte Musiklehrerin verschiedene Arbeitsplätze: An der Hammelburger Musikakademie lehrt sie als Dozentin, in Bad Brückenau und Oberleichtersbach ist sie an den Grundschulen externe Musikfachkraft für das Projekt WIM (siehe Info-Kasten), und an der Musikschule unterrichtet sie drei Gruppen in Musikalischer Früherziehung. Außerdem bietet sie für alle Altersklassen Gitarren- und Blockflötenunterricht an.
"Da reifen wahre Künstler heran", sagt Frech-Hirschler. Sich von Schülern, die die Musikschule zum Studium verlassen, zu trennen, sei hart: "Ein Stück von dir geht." Das "sehr enge Verhältnis" zwischen Schülern und Lehrern sei jedoch ein wichtiger Teil der Persönlichkeitsentwicklung, die das Musizieren für den Menschen bringe. Bis in die Führungsebene in Unternehmen sei der Profit aus einer musikalischen Erziehung sichtbar, ist sich die Musiklehrerin sicher. Die Entwicklung des kindlichen Selbstbewusstseins stehe dabei klar im Vordergrund. Deshalb möchte sie auch weiterhin in Fortbildungen neue Impulse erhalten und am Ball bleiben für eine moderne Musikschule.
Musikschul-Leiterin Daniela Wagner lobte beim Festabend die Gründungsmitglieder und die damaligen Stadträte. Diese hätten sich von der "Notwendigkeit und Wichtigkeit einer Musikschule überzeugen lassen". Die räumlichen Umstände haben sich laut Wagner seit der Sanierung des Musikschulgebäudes "um 100 Prozent verbessert", inhaltlich sorgten professionell ausgebildete Musiklehrer für die kulturelle Prägung. Doch sei das "finanzielle Korsett sehr eng geschnürt".
Gründungsmitglied Dr. Ulrich Placzek erinnerte an die eine Stimme Mehrheit, mit der der Stadtrat 1986 für die städtische Trägerschaft der Musikschule gestimmt hatte. Der Mediziner erläuterte, dass beim Musizieren viele unterschiedliche Bereiche im Gehirn aktiviert würden. Die Wechselwirkung sei auf andere Bereiche wie Spracherwerb übertragbar. "Musizieren hat einen hohen Wert für die Kinder", betont Placzek. Er lobte das musikpädagogische Konzept, die Ausbildung der Lehrkräfte sowie das breit gefächerte Angebot: "Das hat die Musikschule toll gemacht." Placzek wünschte sich, dass Musikschule für alle Kinder möglich sein soll. "Jeder Cent, der in die Musikschule investiert wird, ist ein gut angelegter Cent - eine gute Investition in die Zukunft unserer Kinder."
Bürgermeisterin Brigitte Meyer dierks (CSU) sicherte auch weiterhin Unterstützung zu. Für eine Stadt mit 7000 Einwohnern sei das breit gefächerte Angebot der Musikschule "außergewöhnlich und beachtlich". Das Engagement sei "maßgeblich für die Entwicklung der Stadt", sagte Meyerdierks.
Peter Häring vom Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen berichtete von höheren Zuwendungen des Freistaates für Musikschulen. Das sei ein "positives Signal", trotzdem forderte Häring deutlich mehr: "Musikschulen brauchen Geld, um eine vernünftige Arbeit machen zu können." Und: "Musikschule soll für jeden erreichbar, zugänglich und bezahlbar sein."
Birgit Döhler vom Nordbayerischen Musikbund verwies auf die stetig hohe Zahl an Brückenauer Musikschülern, die bei Wettweberben mit Erfolg teilnähmen. Kuno Holzheimer von der Bayerischen Musikakademie Hammelburg bezeichnete die örtliche Musikschule als "Rohdiamanten, der auf dem Weg sei, mit dem richtigen Schliff ein großer Diamant zu werden: "Die Stadt kann stolz sein."

Einen ausführlichen Text mit Informationen zur Gründung und aktuellen Situation lesen Sie in der Montagsausgabe der Saale-Zeitung.