Eine wichtige Bauangelegenheit hatte der Nüdlinger Gemeinderat zu diskutieren. Ein Mehrgenerationenhaus für zwölf Familien soll am Oberweg, im Geltungsbereich des Bebauungsplans "Wurmerich-Ost", entstehen.

Die Bauherrschaft für das Projekt übernehmen Thomas Zänglein und Johannes Schram. Der Gemeinderat erteilte sein Einvernehmen mit den erforderlichen Befreiungen. Diese betreffen Dachform, Dachneigung und Kniestock.
Das Votum für das Projekt erfolgte bei einer Gegenstimme. Das Mehrgenerationenhaus, bei dem durch Aufzüge ein barrierefreier Zugang zu den Wohnungen ermöglicht wird, soll über 21 Stellplätze verfügen.

Zehn Stunden zur Verfügung

In der Gemeinderatssitzung kam auch Gemeindejugendpfleger René Felcht zu Wort. Er sprach über seine Kontakte und den Informationsaustausch mit Jugendlichen in beiden Ortsteilen. Zehn Stunden pro Woche stehen ihm in der Gemeinde zur Verfügung. Bis zu einem Drittel der Zeit verwendet er für "aufsuchende Arbeit". Felcht sprach die Jugendräume in Haard und Nüdlingen an. Für Haard kam er zu einem positiven Ergebnis. Der Raum befinde sich in Selbstverwaltung. Die Öffnung erfolge nach Absprache unter den Verantwortlichen.

Anders sei die Situation in Nüdlingen. Nach der Wiedereröffnung im Winter 2013/14 sei der Raum gut besucht gewesen. Nach sechsmonatigen "Begleitungsphase" durch den Gemeindejugendpfleger habe die Übergabe an die Jugendlichen nicht funktioniert. Nach dem Fläär-Fest 2014 musste der Raum geschlossen werden. Ein Neustart erfolgte im September 2014, bis er im Januar 2015 erneut geschlossen wurde. Felcht sagte, dass der Jugendraum in der Alten Schule als Treffpunkt wenig geeignet sei. Diese Einschätzung teilten die Gemeinderäte. Eine Neukonzeption der gemeindlichen Jugendarbeit mit einer räumlichen Alternative sei erforderlich.

Durch Nachhilfe fördern

Felcht schlug auch vor, die Integration der jugendlichen Asylbewerber durch Nachhilfe im Jugendraum zu fördern. Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) wies auf die fehlende räumliche Alternative hin, meinte aber: "Wir bewegen uns." In der Juli-Sitzung des Gemeinderates wird das Thema "Jugendraum Nüdlingen" erneut diskutiert.

Seit langer Zeit verfolgt die katholische Kirchenstiftung den Plan einer Außenrenovierung des Pfarrhauses. Die Kosten belaufen sich auf 186 000 Euro. Um das Vorhaben zu finanzieren, fehlen der Kirchenstiftung 66 000 Euro.

Vorgesehen sind ein Zuschuss der Diözese Würzburg von 60 000 Euro und 60 000 Euro an Eigenkapital. Mit der Bitte um Unterstützung hat sich die Kirchenstiftung an die Gemeinde gewandt. Hofmann wies darauf hin, dass das denkmalgeschützte Gebäude des Pfarrhauses ortsbildprägend sei. Haushaltsmittel für einen Zuschuss seien für 2015 nicht vorhanden.

Wortmeldungen der Räte zeigten die Bereitschaft, die Finanzierungslücke schließen zu helfen. Der Vorschlag von 50 000 Euro wurde bei zwei Ja- gegen 15 Neinstimmen abgelehnt. Mit zwölf Stimmen sprach man sich für einen Zuschuss von 28 000 Euro aus.