Ministerialdirektor Michael Höhenberger ist fit. Das hat der Spitzenbeamte aus dem bayerischen Gesundheitsministerium bewiesen: Auf einem Hometrainer am Stand der Deutschen Rentenversicherung in der Wandelhalle trat Höhenberger ohne sichtbare Mühe und kräftig in die Pedale. Das Publikum staunte und sparte nicht mit Anerkennung.

Zuvor hatte Höhenberger die 15. Bad Kissinger Gesundheitstage im Großen Saal des Regentenbaus eröffnet. Der kleine Festakt fand zunächst nicht unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit statt. Er war eingebettet in ein Konzert der Kurkapelle mit Veranstaltungsmanagerin Jutta Dieing an der Klarinette. Die Idee war an sich gut, hat sich allerdings nicht wirklich bewährt: Die meisten Gäste wollten lieber Musik hören als Ansprachen. Sie liefen in Scharen davon, gingen lieber in den Ausstellungsbereich nebenan.

Wie auch Regierungspräsident Paul Beinhofer sieht Höhenberger Bad Kissingen in der Premier League der europäischen Kurorte. Dort sei das Bad "eines der ganz großen". Höhenberger verglich das deutsche Gesundheitswesen ("Spitzenmedizin für jedermann") mit dem in den USA ("Spitzenmedizin nur für Spitzengeld") und England ("für ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr wird dort Medizin rationiert").


Erstklassige Infomöglichkeiten



In Sachen Gesundheit gehe Bad Kissingen mit bestem Beispiel voran, sagte er zu den Gesundheitstagen. Sie seien insgesamt eine erstklassige Informationsmöglichkeit und Mitmachveranstaltung für jeden.

Eine große Rolle spielt hier auch die Männer-Gesundheit, der in dieser Woche eine bayernweite Initiative gewidmet ist. Nach Angaben von Höhenberger liegt die Lebenserwartung der Männer (78) um fünf Jahre unter der der Frauen (83). Die Gründe: Mehr Alkohol, Rauchen und höhere Risikobereitschaft. Männer gingen viel seltener zu Früherkennungsuntersuchungen. Eine Folge: Sie bekommen im Schnitt zehn Jahre früher als Frauen einen Herzinfarkt.

Bei den Gesundheitstagen, so Höhenberger, könne man sich auch über die Prävention bei koronaren Herzkrankheiten und die Darmkrebsoprävention ausführlich informieren lassen.

Er unterstütze die Bemühungen Bad Kissingens und anderer europäischer Orte, gemeinsam in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen zu werden, sagte Regierungspräsident Beinhofer. Bad Kissingen stehe traditionell für Kur und Wohlbefinden, spiele hier international in der ersten Liga. Die Gesundheitsregion biete aber noch viel mehr. Gesundheit sei eines der großen Wirtschaftsthemen in Europa.


Ziel: Attraktivität des Standortes steigern



Veranstalter der Gesundheitstage ist der Förderverein Gesundheitszentrum. Vorsitzende Eva Maria Roer sagte, vor 15 Jahren sei die Veranstaltung aus dem Wunsch entstanden, die Attraktivität des Standortes zu vermitteln. Sie sei von Anfang an auf großes Interesse gestoßen.

Das ist bei dem Ehepaar Illig aus Heustreu der Fall. Die Illigs waren schon 2011 bei den Gesundheitstagen und besuchten sie am Freitag. Sie hatten keinen besonderen Interessensschwerpunkt, schauten sich alles an und wollen 2013 wieder kommen.

Seit sieben Jahren hat Ernährungsberaterin Karola Emmert einen kleinen Stand in der Wandelhalle. Das sei gut, um bekannter zu werden, um aufklären zu können und um zu zeigen, "uns gibt es noch." Außerdem requiriere sie auch Kunden.

Wo: In der Wandelhalle, im Arkadenbau, auf dem Weg zu den Lesesälen, in einige Sälen, einer Klinik und im Luitpoldpark.

Wann: Samstag, 28.04., bis 18 Uhr, Sonntag, 29.04., 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Was: 70 Aussteller und 90 Vorträge informieren etwa 20.000 erwartete Besucher aus Nah und Fern über viele Aspekte von Prävention und Gesundheit. Higtlights sind eine simulierte 3-D-Knieoperation, das Internet-Fitness-Progamm von Pur-life sowie das Schaukochen von Thomas Faber und der AOK.