Hell sind die Gänge im Pflegeheim Schloss Römers hag und in warmen Farben ge halten. Nur Heizkörper sind nirgends zu entdecken. "Die Wärme kommt aus der Wand", erklärt Heimleiter Robert Ra n elli das Ergebnis der energetischen Sanierung. Die Besucher von der Senioren-Union sind er staunt. "Wie soll denn das funktionieren?", fragt ein Mann seinen Nachbarn. "Heutzutage gibt es schon Rohre, die die Wär me nur in eine Richtung ab geben", murmelt der zurück.

Sanierung war teurer als gedacht

Die Senioren-Union ist ins Schloss Römershag gekommen, um sich vom Ergebnis der Gene ralsanierung zu überzeugen. 43 Monate hat die gedauert - bei laufendem Betrieb. Insgesamt 53 Zimmer wurden re noviert und mit einer eigenen Nasszelle ausgerüstet, das Trep penhaus im Westflügel musste komplett entkernt wer den.
Außerdem wurde eine beschützende Abteilung einge richtet.

"Bausubstanz erhalten"

"Wir wollten die historische Bausubstanz erhalten, aber das Schloss trotzdem wohnlich ge stalten", schildert Ranelli die zentrale Herausforderung der Sanierung. Kein Wunder, dass sowohl der Zeitplan als auch die Kosten den Rahmen gesprengt haben. Ursprünglich sollte die Sanierung 4,8 Millionen kosten. Nun ist es fast eine Million mehr geworden. "Das Problem an al ten Gebäuden ist, dass man von außen nicht sieht, was alles gemacht werden muss", erklärt Markus Mauritz, Pressesprecher des Bezirks Unterfranken, und versichert, dass die Mehr-Kosten gedeckt seien.
1884 wurden erstmals Pflegebedürftige in der "Kreisanstalt für Unheilbare" untergebracht. Noch heute ist das Haus auf die Betreuung psychisch kranker äl terer Menschen eingestellt. Daneben gibt es eigene Bereiche für Schwerstpflegebedürftige und Demenzerkrankte.

Den Vorbehalten begegnen

Hildegard Schöbel-Bossinger, die Vorsitzende der Senioren-Union, wollte mit dem Ortstermin zeigen, dass sich die Einrichtung in den vergangenen Jahren zu einem modernen Pflegeheim entwickelt hat. Die Sanierung sei da ein guter Anlass gewesen, um einen Rundgang durchs Haus zu ma chen. Und der hat sich offensichtlich gelohnt. "Das ist eines der schönsten Pflegeheime in Bad Brückenau", zeigt sich Ru dolf Wallrab am Ende der Führung ganz angetan. Und es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Bewohner im Heim zu hause sind.