Nicht jeder wusste beispielsweise, dass der Käufer, der sich für das Schloss in Ebenhausen interessiert hat, letzte Woche abgesprungen ist. Und dabei hätte die "durch ihre Erfindungen international bekannte Persönlichkeit", wie Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU) auf Nachfrage der Moderatorin Heike Paulus vorsichtig formulierte, durchaus den nötigen finanziellen Hintergrund für diesen Kauf gehabt. Denn das Gebäude hat zwar historischen und baulichen Wert und liegt wunderschön. Aber "man müsste schon einige Millionen Euro in die Hand nehmen, um es ordentlich nutzen zu können".
Trotzdem kehrt in das Schloss am 1. August-Wochenende Leben ein. Denn die Blaskapelle Ebenhausen feiert dort im Innenhof ihr 60-jähriges Bestehen. "Das ist etwas Neues und nachdem einige Nebengebäude abgerissen wurden, findet man dort eine tolle Atmosphäre", sagte Vorsitzender Joachim Bauer. Im Programm aus Beatabend und "The Jets" ist für jede Altersklasse etwas geboten. Nachwuchsprobleme haben die Musiker nicht, denn "wir spielen auch moderne Sachen". Von den 220 Mitgliedern sind 90 aktiv. Bei den Jüngsten, den Notenkillern, spielt sogar ein 70-Jähriger, der in Rente endlich Zeit hatte, ein Instrument zu erlernen.
Rentner ist nicht gleich RentnerEine eigene Rentnerband hat der Musikverein Oerlenbach, die ebenfalls bei der Vor-Ort-Veranstaltung spielte. Das ältestes Mitglied war hier 84 Jahre alt. Allerdings sind keineswegs alle Musiker Rentner, vielmehr handelt es sich um "Musikrentner", erläuterte Franz Kuhn. Der Verein feiert sein 50-jähriges Bestehen von 23. bis 25. Juni mit einem großen Fest.
Neben der musikalischen Unterhaltung der rund 100 Gäste gab es viele interessante Vorführungen, angefangen vom Flugsimulator des Modellsportvereins Oerlenbach über die Tiere des Brieftaubenclubs Eltingshausen und die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Rottershausen bis hin zum Hebekissen des Technischen Hilfswerks, auf dem der Moderator mit "Mister THW" Helmut Rink Platz nahm und beim Kommando "Luft marsch!" fast ins Schwanken gekommen wäre.
Etwas fürs Auge boten eingangs "Die flotten Hüpfer", 14 Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren, die von Patricia Seidl und Rodo Auner seit 2008 trainiert werden. Die Kindertanzgruppe ist nur ein Angebot des TSV Oerlenbach.
Für ausgelassene Stimmung sorgte die Gymnastikgruppe des FC Eltingshausen mit "Drums alive", ein neuer Trendsport, der aus Amerika kommt. "Wir haben es 2008 erstmals gesehen und seit 2009 machen wir das einmal im Monat", berichtete Manuela Thomas, die zusammen mit Ulrike Steuerwald die Gymnastikgruppe leitet. Der Sport, bei dem quasi auf Gymnastikbällen mit vollem Körpereinsatz getrommelt wird, diene dem Stressabbau, der Koordination, Muskelaufbau und -straffung, Herzfrequenz, "einfach allem". Für alle Sportbegeisterten planen die Damen am 6. Oktober einen Action-Tag, bei dem Übungsleiter von auswärts alle Sportarten für jedermann anbieten. Von 9 bis 15 Uhr kann jeder mitmachen und "wenn es gut ankommt, machen wir das öfter", verspricht Thomas. Außerdem feiert der FC Eltingshausen heuer sein 100-jähriges Bestehen.
Oft unbemerkt frönen Brieftaubenfreunde und Modellflieger ihrem Hobby. Hier gab es interessante Einblicke für die Gäste, von der Brieftaube, die kürzlich für 260 000 Euro verkauft wurde, bis hin zum Holzmodell mit 3,60 Meter Spannbreite, in das die Bastler 1600 Arbeitsstunden investiert haben. Natürlich kam auch die Lokalpolitik nicht zu kurz. So sprachen die Anwohner Bruno Rüger und Albin Federlein über die bestehenden Baustellen, und das Warten auf den Ausbau der B 286 neu, "das Drama in x-Akten", so der Bürgermeister.
Die nächste Vor-Ort-Veranstaltung der Saale-
Zeitung findet am Dienstag, 22. Mai, in Bad Bocklet statt. Auch hier wird Redaktionsleiter Paul Ziegler das "neue" alte Gesicht der Saale-Zeitung präsentieren. Er freut sich jetzt schon auf viele Gäste.


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