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Bad Kissingen
Wirtschaft

IHK Würzburg-Schweinfurt: Der Roboter als Arbeitskollege wird künftig selbstverständlich

Im Mittelpunkt der Sitzung des Parlaments der mainfränkischen Wirtschaft stand neben der Verabschiedung von Positionspapieren etwa zur Industriepolitik, zu Tourismusabgaben und zum Ausbau der Schienenstrecke Frankfurt am Main-Nürnberg, auch die Verabschiedung des Wirtschaftsplanes für 2020.
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IHK-Präsident Dr. Klaus D. Mapara (links) bedankt sich bei FHWS-Präsident Professor Dr. Robert Grebner (rechts). Foto: Marcel Gränz/IHK.
IHK-Präsident Dr. Klaus D. Mapara (links) bedankt sich bei FHWS-Präsident Professor Dr. Robert Grebner (rechts). Foto: Marcel Gränz/IHK.

Die Vollversammlung der IHK Würzburg-Schweinfurt hat in der IHK-Geschäftsstelle in Schweinfurt getagt. Staatliche Eingriffe sollen sich nach Meinung der Unternehmer nur auf Fälle nachweislichen Marktversagens beschränken. Eine zukunftsfähige Industriepolitik müsse die Innovationskraft der Wirtschaft über Anreize für Innovationen und Investitionen stärken, optimale Standortbedingungen schaffen und eine verlässliche, regelbasierte Handelspolitik verfolgen. Die Details verabschiedeten die regionalen Unternehmensvertreter in einem Positionspapier.

Eine weitere Position bezogen die Wirtschaftsvertreter zum Thema Verkehrsinfrastruktur. Bis 2030 wird eine Steigerung des internationalen Schienengüterverkehrs um 38 Prozent sowie ein Anstieg des Schienenpersonenverkehrs um 19 Prozent erwartet, und auch die sich vollziehende Mobilitätswende erfordert zusätzliche Transportkapazitäten auf der Schiene. Daher entschied die IHK-Vollversammlung, weitere grundlegende Forderungen in ihr "12-Punkte-Programm Verkehr" aufzunehmen, etwa den Neu- und Ausbau im Abschnitt Frankfurt-Würzburg, um 45 Minuten Fahrzeit im Fernverkehr zu sichern, oder die Schaffung einer schnellen Fernverkehrsverbindung von Coburg via Bamberg und Würzburg nach Frankfurt, mit dem Ziel einer schnellen Verbindung nach Rhein-Ruhr.

Die Vollversammlung positionierte sich zudem gegen eine Abgabe von ortsfremden Besuchern in Form von Fremdenverkehrsbeiträgen oder Übernachtungsabgaben, wie sie zuletzt in Würzburg diskutiert wurden. Die Vollversammlung sprach sich zudem dafür aus, das von der Zukunftsstiftung Würzburg geplante Projekt "Errichtung einer Multifunktionsarena für Würzburg und Mainfranken" zu unterstützen.

Ferner beschloss die IHK-Vollversammlung nach der letzten Beitragserhöhung im Jahr 2002 und zwei Beitragssenkungen in den Jahren 2010 und 2012, neben einer Fortschreibung der Gebührensätze die Mitgliedsbeiträge anzupassen. In Verbindung mit einem mehrjährigen Kostensenkungsprogramm soll so langfristige Planungssicherheit auch für Zeiten eines konjunkturellen Abschwunges geschaffen werden.

In einem Gastvortrag erläuterte Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfur, Prof. Dr. Robert Grebner, wie künstliche Intelligenz (KI) und Robotik aus Sicht der Hochschule für Angewandte Wissenschaften die Arbeitswelt von morgen verändern. KI werde Roboter in alle Arbeits- und Lebenslagen bringen, so Grebner. "Wenn eine starke KI gefunden ist, wird der Absatz für Roboter massiv steigen", prognostizierte der FHWS-Präsident, der selbst Informatiker ist. Roboter mit einer "starken KI" seien in der Lage, bewusst zu handeln. Bislang beschränke sich die "schwache KI" nur auf zielgerichtetes Wahrnehmen, etwa bei der Bilderkennung. Auf die Frage, was in Bezug auf Roboter zu tun sei, gab Grebner den Unternehmern drei Tipps mit auf den Weg: Diese sollten Roboter "sofort kaufen", "sofort damit herumspielen" und "sofort zerlegen".