Die Schönsten der Schönen oder: Historisches trifft auf Historische - beim Concours d'élégance der Sachs Franken Classic-Rallye war vor der Bad Kissinger Spielbank alles versammelt, was Rang und Namen hat. Nach rund 500 Kilometern, die die rund 150 Old- und Joungtimer auf zwei größeren und einer kleinen Etappe durch Unterfranken geführt hatte, war hier der Abschluss.

Zuvor fuhren die Piloten mit ihren auf Hochglanz polierten "Schätzchen" durch den lauschigen und schattigen Luitpoldpark, bevor sie vor dem Spielkasino noch einmal kurz Halt machten, um sich und ihre Fahrzeuge dem Publikum und einer Jury zu präsentieren.

Mit dabei waren auch einige der Bad Kissinger historischen Persönlichkeiten. Auch wenn es zu ihren Zeiten noch kaum Automobile in der Kurstadt gab, zeigten sich diese "Historischen" doch sehr Technik interessiert. Für die zahlreichen Zuschauer, unter ihnen der Organisationsleiter der Rallye, Karl-Heinz Schott, war das eine gute Gelegenheit, einen historischen Schnappschuss zu machen.


Fachsimpeln mit dem Publikum



Nur noch wenige hundert Meter hatten anschließend die Fahrzeuge und Besatzungen zurückzulegen, um dann einen vorübergehenden Parkplatz in der Kurhausstraße anzusteuern. Auch hier bestand für das Publikum nochmals die Gelegenheit, mit den Fahrern und Besitzern dieser historischen Fahrzeuge ins Fachsimpeln zu kommen.

So erzählt Herbert Fischer, dass er schon immer davon geträumt habe, einen feuerroten Jaguar zu besitzen. "Als kleiner Junge bin ich auf meinem Schulweg immer bei diesem Autohändler vorbeigekommen, und da sagte ich mir, so einen möchte ich auch mal haben". Rund 30 Jahre später ging für den Bad Homburger der Traum in Erfüllung. Er erstand in den USA einen feuerroten Jaguar XK 120 OTS. Im Container kam das Fahrzeug zurück nach Europa, wo es Herbert Fischer in den Originalzustand versetzte und es seit mehr als 15 Jahren fährt. Inzwischen ist der Oldie fast 37 Jahre alt, aber die 160 Pferdchen bringen aus der 3,5 Liter Maschine den Wagen immer noch auf eine Spitzengeschwindigkeit von fast 200 Stundenkilometer.


Oldtimer gegen Werkzeugmaschinen



Eine weite Reise hat auch der mit Nummer 13 gestartete Ford A Phaeton hinter sich. 1929 lief das 40 PS-Wägelchen vom Band. Er belebte den süd- und mittelamerikanischen Straßenverkehr. Über Argentinien, wo er zuletzt zugelassen war, kam er nach Deutschland, "im Tausch gegen Werkzeugmaschinen".

Detlef Zeidler, der in einem kleinen Ort zwischen Flensburg und Kiel beheimatet ist, fand den Ford A, "ein überaus zuverlässiges Auto", dann in Hamburg bei einem Händler und "eine spontane Liebe war geboren, denn einen solchen Wagen suchte ich schon lange". Der Wagen war zwar schon aufgebaut (restauriert), vieles habe er dennoch selbst nochmals gemacht, erzählt der ehemalige Rallyefahrer, der zur Sachs Franken Classic mit seiner Tochter als Beifahrerin angetreten ist. Auf den Kaufpreis angesprochen, reagieren fast alle Oldiebesitzer zurückhaltend. Nur so viel verraten sie übereinstimmend: "Der Unterhalt ist im Grunde eine ganz einfache Rechnung - eine Stunde damit fahren, eine Stunde dran arbeiten".