In der letzten Sitzung des Gemeinderats im laufenden Jahr, die von 2. Bürgermeister Edgar Thomas geleitet wurde, stellte Magdalena Döblinger vom GenerationenNetz des Landkreises das Projekt "Die Hilfswerker" den Räten vor. Gemeinderatsmitglied Karen Pohle (SPD) ergänzte, dass "Die Hilfswerker" eines von mehreren Projekten des GenerationenNetzes sei, zu denen unter anderem die Krabbelgruppe, der Seniorenkreis oder die Gruppe "Mach Mit" gehörten.


Unterstützung signalisiert

Wie die Koordinatorin Magdalena Döblinger sagte, seien die angebotenen Hilfen jeweils auf den Einzelfall zugeschnitten. Das Prinzip des Handelns sei: "Geben was man kann, Erhalten, was man braucht". Es solle keine Konkurrenz zu Pflegediensten sein. Bei den "kleinen Hilfen" gehe es zum Beispiel um Rasenmähen, Straße kehren, Betten beziehen oder Vorhänge aufhängen. Als Gegenleistung werde pro Stunde acht Euro bezahlt; die "Hilfswerker" erhalten sechs Euro, zwei Euro seien die Verwaltungspauschale. Bei dieser "institutionalisierten Nachbarschaftshilfe" gehe es nicht zuletzt auch um menschliche Zuwendung. "Es entwickeln sich viele Freundschaften", meinte Magdalena Döblinger.
Von den "Hilfswerkern" wird ein Mitgliedsbeitrag beim GenerationenNetz Landkreis Bad Kissingen e.V. in Höhe von 35 Euro jährlich erhoben. Die Abrechnung erfolge steuerfrei und es gebe eine Haftpflicht-, Kfz- und Unfallversicherung. Derzeit gebe es 43 Hilfswerker, so Dörflinger. Darunter seien bisher nur zwei Nüdlinger. Über das Projekt solle daher ausgiebig informiert und geworben werden. Einen Packen Flyer brachte sie gleich mit.
Bürgermeister Edgar Thomas (CSU) bedankte sich für die Vorstellung der "Hilfswerker". Liane Hofmann (CSU), die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, will sich für die Verbreitung der Idee einsetzen. Volker Schäfer (SPD) sagte, die Leute sollten sich nicht schämen, wenn sie Hilfe brauchten. Alle Räte signalisierten ihre Zustimmung zur Idee, für die "Hilfswerker" in Nüdlingen zu werben.

Schon einmal abgelehnt

"Im Clinch" liegt die Gemeinde derzeit mit dem Sachgebiet Verkehrswesen im Landratsamt. Es geht dabei um die Errichtung von unbeleuchteten Plakatanschlagtafeln auf den Grundstücken Münnerstädter Straße 33 und Münnerstädter Straße 47. Beide Bauanträge waren in einer früheren Sitzung des Gemeinderates abgelehnt worden. Dagegen setzte sich die betroffene Firma mit rechtlichen Schritten zu Wehr, worauf das Sachgebiet Verkehrswesen im Landratsamt "nach nochmaliger Prüfung" die Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens als "rechtswidrig" bezeichnete und die Baugenehmigung erteilen will. Das Ergebnis der Überprüfung der ablehnenden Haltung (der Gemeinde) soll bis zum 15. Dezember mitgeteilt werden.
Damit wollten es viele Ratsmitglieder nicht bewenden lassen. Wie Anita Haub (Bürgerblock) will es auch Volker Schäfer (SPD) auf eine nochmalige Prüfung ankommen lassen. Argumentiert wurde damit, dass an der Ortsdurchfahrt, vor allem im Bereich Münnerstädter Straße 33, Schülerlotsen und Schüler gefährdet würden, wenn Autofahrer durch weitere Werbeschilder abgelenkt würden. Uwe Behr (CSU) sprach gar von einer "Wendehalstaktik" des Landratsamtes. Die B 287 sei eine stark befahrene Straße, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordere. Nachdem sich weitere Räte geäußert hatten, fasste der Gemeinderat den einstimmigen Beschluss, sein Einvernehmen mit den beantragten Werbeanlagen nicht zu erteilen.
Freuen können sich die Kinder, wenn im Frühjahr die Neuausstattung des Spielplatzes an der Friedenstraße vorgenommen wird. Der Gemeinderat beschloss die Anschaffung eines großen Spielgeräts der Fa. Eibe zum Preis von rund 10 000 Euro.
Im Hinblick auf dieAufnahme von Flüchtlingen bedankte sich Bürgermeister Thomas für die Bereitschaft von Bürgern, sich ehrenamtlich zu engagieren. Zwölf Personen hätten sich bei der Gemeinde gemeldet. Ein Koordinationsabend sei bereits durchgeführt worden. "Im Moment kommen wir recht gut klar", freute sich Edgar Thomas. Die sprachlichen Hürden seien zu überwinden. Die Unterbringung weiterer Flüchtlinge im Obergeschoss des Gasthauses "Stern" könne nach dem Ende der Sanierungsarbeiten Mitte Dezember erfolgen.
Am Ende des öffentlichen Teils wurde von Theo Hein (Bürgerblock) das Thema "Südlink" zur Sprache gebracht. Auf einer Karte wurden mehrere Varianten in Augenschein genommen, die teilweise durch das Nüdlinger Gebiet führen. Warum plötzlich so viele Varianten nacheinander geprüft würden, darüber gab es verschiedene Vermutungen. So sagte Volker Schäfer (SPD): "Der Widerstand soll wohl gesplittet werden" und Edgar Thomas (CSU) meinte: "Da ist eine Strategie dahinter". Nach Meinung von Theo Hein (Bürgerblock) wäre es am sinnvollsten, zu sagen, dass man die Trasse gar nicht bräuchte.