Jetzt kann Tierheimleiterin Ursula Boehm ein wenig aufatmen. Nachdem Alexandra und Matthias Götz aus Premich 1500 Mark gespendet haben, können die Mitarbeiter der Wannigsmühle wenigstens einen Teil der Hochwasserschäden beheben. Natürlich hofft die Leiterin, dass es Nachahmer gibt, die dem finanziell chronisch klammen Kreistierschutzverein unter die Arme greifen. Auf 10 000 Euro schätzt sie den Schaden insgesamt.

"Das ganze Wasser kam aus dem Wald und über die Wiese", erinnert sie sich an das Hochwasser am 1. Juni. Schnell waren der Gewölbekeller und die Werkstatt-Garage voll gelaufen. Das meiste dort gelagerte Material konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, aber für Putz und Zement kam jede Hilfe zu spät. Glücklicherweise kam kein einziges Tier zu Schaden. Lediglich die Ziegen mussten ins Trockene gebracht werden, weil das Wasser schon in ihrem Stall stand. Auch ein Teil des Hundeauslaufes war "Land unter". "Wir waren sehr schnell", betont die Leiterin. Das sei aber nur möglich gewesen, weil einige Tierheimbesucher kräftig mit angepackt hatten. Trotzdem: Ein Zaun hat die Wassermassen nicht unbeschadet überstanden.

Als das Schlimmste vorbei war, haben die Mitarbeiter der Wannigsmühle Fotos vom Hochwasser auf die Homepage des Tierheims gestellt. Und die haben Alexandra und Matthias Götz aus Premich gesehen. Das Paar hat sich im Frühjahr dieses Jahres einen Hund aus der Wannigsmühle Nachhause geholt. Der gehört inzwischen zur Familie. "Normalerweise fahren wir über Pfingsten immer ein paar Tage in den Urlaub", erzählte Matthias Götz. Auch wegen des Hundes haben sich die beiden Premicher entschieden, heuer zuhause zu bleiben. Das gesparte Geld ist an die Wannigsmühle gegangen. Viel Geld, auch für die Familie Götz.

Jetzt wird der Zaun repariert

Das gespendete Geld wird jetzt für die Reparatur des Zauns verwendet, erklärte Ursula Boehm. Die Schäden sind zwar der Versicherung gemeldet worden, eine Antwort gab es bisher nicht, was angesichts der Flut von Anträgen auch nicht verwundert.

Die Mitarbeiter sind froh, dass das Tierheim derzeit mit "lediglich" 180 Katzen, 42 Hunden und vier Kleintieren belegt ist. Das werde sich aber bald ändern, wenn die Ferien kommen und die Jungkatzen abgegeben werden, die heuer ein wenig später geboren sind. "Dieser Kelch wird nicht an uns vorüber gehen", sagt Ursula Boehm.