Die Einnahmen aus der Hundesteuer sprudeln: 380 Millionen Euro flossen daraus 2020 in die öffentlichen Kassen, wie das Statistische Bundesamt vor Kurzem mitteilte. Die Summe ist ein Rekordwert und liegt knapp drei Prozent über dem Vorjahr. Anlass genug, einmal auf den Landkreis Bad Kissingen zu blicken: Wie viel müssen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer hier in den einzelnen Kommunen eigentlich für ihren Vierbeiner an Steuern bezahlen?

Eine Nachfrage in den zuständigen Verwaltungen der einzelnen Kommunen zeigt: Spitzenreiter in Sachen Hundesteuer sind die Städte Bad Brückenau und Münnerstadt. In beiden Kommunen fallen jährlich 60 Euro an Hundesteuer für den Ersthund an. Am günstigsten leben Hunde im Landkreis hingegen in der Gemeinde Aura. Dort beträgt die Hundesteuer für den Ersthund 20 Euro, und damit nur ein Drittel des Spitzenwertes. Die übrigen Kommunen bewegen sich zwischen diesen beiden Werten (siehe Grafik).

Mehrere Hunde, höhere Steuer

Für Zweit- und Dritthunde fallen in der Regel etwas höhere Steuersätze an als für Ersthunde. Münnerstadt liegt hier im landkreisweiten Vergleich ebenfalls an der Spitze. 90 Euro beträgt der Steuersatz in der Kommune für den Zweithund, 150 Euro für den Dritthund.

Vergleichsweise günstig leben Zweithunde hingegen im Markt Oberthulba. 30 Euro beträgt für diese dort der Steuersatz. Das entspricht dem niedrigsten Wert im Landkreis bei den Zweithunden. Dritthunde indes leben in der Gemeinde Thundorf am günstigsten - zu einem Steuersatz von 35 Euro.

Wesentlich höher sind in den meisten Kommunen die Steuersätze für Kampfhunde. Von 150 Euro in der Gemeinde Riedenberg bis zu 1000 Euro in der Gemeinde Nüdlingen ergibt sich bei den Beiträgen ein breites Spektrum. In der Stadt Bad Kissingen und in Münnerstadt fällt anders als in den übrigen Kommunen im Landkreis keine gesonderte Hundesteuer für Kampfhunde an.

Die Hundesteuersätze vor zehn Jahren

In den meisten Kommunen im Landkreis haben sich die Hundesteuersätze in den vergangenen zehn Jahren nicht verändert. Ausnahmen gibt es aber auch hier: In Oerlenbach stieg der Beitrag für den Ersthund von 25 auf 30 Euro, in Burkardroth von 26 auf 35 Euro und in Zeitlofs von 30 auf 40 Euro.

In der Gemeinde Rannungen zum Beispiel ist für 2022 eine Erhöhung der Hundesteuer vorgesehen, wie die Verwaltung berichtet. Das Thema steht am 5. Oktober auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Aktuell liegt die Hundesteuer in Rannungen bei einem Satz von 30 Euro für den Ersthund.

Allgemein gibt es auch Hunde, die von der Hundesteuer ausgenommen sind. Hierzu zählen zum Beispiel Rettungshunde oder Assistenzhunde, auf deren Unterstützung Menschen mit Behinderung angewiesen sind. Steuerermäßigungen gibt es für Hunde, die in Einöden oder Weilern gehalten werden, oder für Hunde, die bei der Jagd zum Einsatz kommen. Für Hundezüchter wiederum gibt es eigens eine Züchtersteuer.

Ermäßigung für Hunde, die aus dem Tierheim aufgenommen wurden, geplant

Vereinzelt gewähren Kommunen auch Ermäßigung bei der Hundesteuer, wenn ein Hund aus dem Tierheim aufgenommen wurde. Dies ist im Landkreis jedoch aktuell offenbar in keiner Kommune der Fall. Wie die Verwaltung der Gemeinde Nüdlingen mitteilt, wird mit der neuen Satzung, die Anfang 2022 in Kraft treten soll, eine Ermäßigung für Hunde, die von ihrer Besitzerin oder ihrem Besitzer aus einem Tierheim aufgenommen wurden, unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Übrigens: Die meisten Hunde zählt die Stadt Bad Kissingen mit insgesamt 1000 Tieren. Am wenigsten Hunde leben in der Gemeinde Riedenberg (57).