Der Höhepunkt im Veranstaltungsreigen der Königlich-privilegierten Freihandschützen 1458 Bad Kissingen ist zweifellos das Königsschießen. Waren mit dem Erwerb der Königswürde in früherer Zeit verschiedene Privilegien verbunden wie zum Beispiel die Befreiung von der Steuerpflicht, so hat ein Schützenkönig in der heutigen Zeit eher Pflichten. Er lädt zusammen mit seinen beiden Rittern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Königsschießen zu Speis' und Trank ein und bereichert die Königskette, indem er eine weitere Silbermedaille hinzufügt.

Das ganze Jahr hindurch repräsentiert er seinen Verein bei Veranstaltungen und Festumzügen. Es gilt als Höhepunkt im Leben einer jeden Schützin, eines jeden Schützen, wenigstens einmal ein ganzes Jahr im Mittelpunkt zu stehen und die Ehre zu haben, Schützenkönig zu sein.

Aus Traditionsbewusstsein wird bei den Kissinger Schützen das Königsschießen auf einen Holzadler ausgetragen. Der in mühsamer Arbeit aus 25 Einzelteilen gefertigt und mit Holzdübeln verbundene "Adler" wird nach einem genau vorgegebenen Ablauf "zerlegt". Jeder Teilnehmer gibt reihum mit dem Kleinkalibergewehr einen Schuss auf das jeweils freigegebene Adlerteil ab. Für größere Trophäen werden Anstecknadeln für die Schützentracht ausgegeben.

Zuerst werden alle "Federn", dann die "Flügel", "Schwanz", "Krone", "Kopf", "Apfel", "Zepter" und "Füße" zum Abschuss freigegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der "Rumpf" mit einer Schutzplatte abgedeckt, die nun abgenommen wird. Der Schütze, der das letzte Holzteil abschießt, ist Schützenkönig, die Schützen der beiden letzten Trophäen sind seine beiden Ritter.

Kurz bevor das letzte Holzteil fällt, steigt die Spannung dramatisch an. Liegt doch die Reihenfolge der Schützen durch Eintragung in die Teilnehmerliste fest. Sehr oft wackelt das letzte Holzteil schon lange bevor es herunterfällt - so auch am letzten Wochenende.

Mit einem präzisen Schuss holte sich Thomas Holzheimer die Königswürde, ihm zur Seite stehen 1. Ritter Julian Leuchs und 2. Ritterin Alexandra Leuchs. Es gratulierten 1. Schützenmeister Günter Fröhlich und 2. Schützenmeister Artur Haupt.

In seiner Laudatio ging Fröhlich auf das erweiterte Angebot des dynamischen Schießens ein. Weitere Standzulassungen für eine BDS-Fallscheibenanlage und den Laufenden Keiler beziehungsweise die Laufende Scheibe ergänzen das vorhandene umfangreiche Angebot an Disziplinen auf den 25-, 50- und 100-Meter-Ständen. Die Gesellschaft ist einem weiteren Verband beigetreten, dem Bund Bayerischer Schützen BBS im BDS Bundesverband.red