Der Heizölpreis ist seit Anfang 2020 stark zurückgegangen. Kostete Heizöl zu Beginn des Jahres rund 70 Cent pro Liter, hatte der Preis mittlerweile seinen Tiefpunkt bei 50,7 Cent. Auf eine vierköpfige Familie mit normalem jährlichen Verbrauch umgerechnet, ließen sich in diesem Zeitraum rund 400 bis 500 Euro sparen.

Das macht sich bei den Lieferanten in der Region bemerkbar. "Wir haben Lieferzeiten von zehn bis zwölf Wochen", erklärt Yannik Endres, der beim Heizöllieferanten Hartmann in Oberleichtersbach arbeitet. "Normal sind es zwei bis vier Wochen." Auch Jürgen Dorst von der gleichnamigen Firma in Ostheim berichtet von langen Lieferzeiten für Heizöl wegen der vielen Bestellungen. "Letztes Mal war es 1989 so viel", meint er.

Die fallenden Heizöl- und Spritpreise haben den Hintergrund, dass es eine Verunsicherung an den Ölmärkten gibt. Da durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus weniger Erdöl nachgefragt wurde, war dessen Preis in den vergangenen Monaten gefallen. So hatten sich die Opec-Staaten mit anderen erdölexportierenden Staaten getroffen. Dort sollte über die Fördermenge des schwarzen Golds entschieden werden, die dessen Preis bestimmt.

Hier wurde darüber verhandelt, die Fördermenge weiter zu reduzieren. Dabei standen sich Russland, das nicht der Opec angehört, und Saudi Arabien gegenüber. Saudi Arabien und die restlichen Opec-Staaten planten eine Drosselung der Fördermenge, um den Ölpreis wieder zu erhöhen bzw. zu stabilisieren. Das von der Ölförderung abhängige Russland war damit nicht einverstanden. Die Gruppe ging ohne Ergebnis auseinander. Später kündigte Saudi Arabien entgegen seiner vorherigen Ziele dann an, den Ölpreis zu senken und die Förderung hochzufahren. Damit begann Saudi-Arabien einen Preiskrieg gegen Russland. Das führte zum stärksten Sinkflug des Preises seit dem Golfkrieg 1991.

Informationen

Zur Opec (Organization of the Petroleum Exporting Countries - Organisation Erdöl exportierender Länder) gehören Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Iran, Irak, die Republik Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela.

54,6 Prozent aller Heizungen im Landkreis Bad Kissingen sind Ölheizungen, also 16 739.