Beim Kreisbauerntag in der Rhönfesthalle Stangenroth hat Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) das Thema "Zukunftsorientierte Landwirtschaft: Nahrungsmittel, Energie, Kulturlandschaft" in den Mittelpunkt gestellt. Er erzählte etwa von seinem "Schlüsselerlebnis" beim jüngsten Zentrallandwirtschaftsfest. Es sei die fühlbare, gute Stimmung, die er dort auch bei der Stadtbevölkerung angetroffen habe. Die Landwirte können und sollen seiner Ansicht nach stolz auf ihre Leistung sein. Sie seien ein aktiver Teil der Wirtschaft und der Gesellschaft. An die Herausforderungen solle man mit einer positiven Grundeinstellung herangehen.

Drei Arbeitsbereiche

Der BBV-Präsident ging auf die drei Bereiche der landwirtschaftlichen Tätigkeit ein: die Nahrungsmittelerzeugung, die Gewinnung von Energie und die Pflege der Kulturlandschaft. "Die Erzeugung von Nahrungsmitteln wird immer die Hauptaufgabe bleiben", erklärte Heidl. Er machte deutlich, dass gestiegene Lebensmittelpreise durch höhere Qualität gerechtfertigt seien. Stolz könne man auf die Erfolge deutscher Produkte beim Agrarexport sein.

Beim Thema "Energie" verglich der Referent die heutige Situation mit der Zeit, als große Grünlandbereiche als Futter für die Zugtiere gebraucht wurden. Heute sei es erforderlich, fossile Energie einzusparen. Bei der Pflege der Kulturlandschaft müsse man einen gemeinsamen Weg der Interessen des Naturschutzes und der Landwirtschaft finden. "Aber wir sind doch die, die die Kulturlandschaft erhalten", machte Walter Heidl deutlich. Im Vordergrund stehe die normale, nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung als Leitbild. "Wir sind alle bemüht, unsere Böden fruchtbar zu erhalten." Aktuelle Aspekte der EU-Agrarpolitik sprach der BBV-Präsident ebenfalls an.
Neben Kommission und Ministerrat sei inzwischen auch das Parlament mit eingebunden. Derzeit werde der finanzielle Rahmen der Agrarpolitik abgesteckt: zu erwarten sei ein Minus von etwa zehn Prozent.

Ausführlich ging Heidl auf das Greening der Direktzahlungen im EU-Haushalt ein. Vorschläge dazu sehen vor, dass bis zu 30 Prozent der Direktzahlungen als Umweltprämie ausgezahlt werden. Diese erhalten nur Landwirte, die gewisse ökologische Leistungen erbringen. Beispiele sind der Erhalt von Dauergrünland oder die Diversifizierung von Anbaukulturen.