Das Jubiläumsturnier im Feldbogenschießen "Wilde Sau" im nächsten Jahr findet nicht mehr unter seiner Führung statt: Manfred Blesch legt nach zwei Jahrzehnten zwar nicht den Bogen, aber sein Amt als Fach-Referent der heimischen Bogenschützen nieder.
Was bewegt den leidenschaftlichen "Bow-Hunter" zu diesem Schritt? "Ganz einfach das Alter. Ich habe vor einigen Wochen die 60 Jahre-Grenze überschritten und mich lange genug eingebracht." Feldbogen-Referent zu sein sei sehr zeitaufwendig. "Esreicht vom praktischen Teil im Parcours über die PC-Arbeit bis hin zu zahlreichen Telefonaten und zum Einkauf. Ich möchte es jetzt etwas ruhiger angehen lassen", betont Blesch.
"Doch ich bleibe aktiver Bogenschütze und helfe gerne mit meinem Wissen und meiner Erfahrung", merkt Blesch an, der das Hermann-Zahner-Gedächtnisturnier, das Freiluft-Turnier "Wilde Sau", das "Golfschießen" und ein kleines Jagdturnier für Rollstuhlfahrer und behinderte Sportler bei der Bogenabteilung der Schützengesellschaft Hammelburg einführte.
Diese Wettbewerbe zeigten schon bald eine enorme Resonanz. "Oft musste ich beim Feldbogenschießen Absagen erteilen, weil die Teilnehmerzahl zu groß wurde", sagt der bei den deutschen Bogenschützen bekannte und beliebte Organisator, der vor 15 Jahren in Hammelburg dreidimensionale Ziele einführte, die er noch selbst mit bastelte.
"Damals richteten wir die Deutsche Meisterschaft für die Archery Association Europe vor allem für Amerikaner in Europa aus, die im Heimatland an solchen Wettbewerben nicht teilnehmen konnten. Sie sicherten sich so die Berechtigung, an Weltmeisterschaften teilnehmen zu können", erinnert sich Blesch, der selbst zahlreiche Trophäen nach Hause brachte.

Mehrfacher Deutscher Meister

Mehrere Feldbogen-Titel als Deutscher und Bayerischer Meister und bei Gaumeisterschaften ließen die Konkurrenz immer wieder aufhorchen. "Einmal schaffte ich das Triple. Ich wurde für ein Jahr Deutscher Meister in den drei Disziplinen, dem Feld-, Waldschießen und auf die 3D-Ziele", betont Blesch nicht ohne Stolz.
Doch bleibt der beliebte Referent und Bogensportler sonst bescheiden. In seine Ära fallen einige wichtige, bauliche Verbesserungen auf dem Gelände an der Bogenhütte. So wurden eine Pergola geschaffen und Wege gepflastert, damit behinderte Sportler ohne fremde Hilfe sich am Schießen beteiligen konnten.
Auf Initiative der Bogenschützen baute die Schützengesellschaft auch neue Kanal- und Wasserleitungen, die das Gelände in den Saalewiesen mit einbezogen. "Jahrelang mussten wir hier Wasserkanister schleppen und die Grube entleeren", erinnert sich Blesch.
Beim diesjährigen, 49. Feldturnier gab es kein Gedrängel mehr unter den Bewerbern. "Es sind nicht mehr so viele wie früher", stellt Blesch fest und weiß auch warum. "Diese Art von Bogenschießen ist ein populärer und familienfreundlicher Sport. Es gibt an jedem Wochenende mehrere Turniere und jeder kann sich aussuchen, wo er mitmachen möchte.
Die reizvolle Oktoberlandschaft der Saalestadt zieht allerdings immer noch viele nach Hammelburg", freut sich Manfred Blesch, dessen Gattin Rita stets als Küchenhelferin mit von der Partie ist.
"Manfred Blesch war die Seele der heimischen Feldturniere und präsentierte unsere Bogenschützen auf vielen Wettbewerben", erklärt Bogenreferent Uwe Schmidt. "Er nahm sogar Urlaub, um Wettbewerbe ausrichten zu können und stand bei Behinderten-Meisterschaften mit Rat und Tat zur Seite", lobt Schmidt. "Wir haben uns immer mit wenigen Worten ergänzt. Ich akzeptiere seinen Schritt", fügt er - die Amtsniederlegung etwas bedauernd - hinzu.
"Zwar ist noch kein Nachfolger gefunden, aber es geht weiter", versichert der "Chef" der Bogenschützen, der "seinen besten Mann" noch offiziell verabschiedet.