Lohnt sich ein derartiger Aufwand in Zeiten schwindender Kirchenbesucher? "In Wirmsthal ist seit altersher die Kirche der Mittelpunkt im Ort. Sie hat für uns Wirmsthaler eine wichtige Bedeutung und Funktion", sagt Franz Gundelach. Und auch Pater Sony Kochumalayil bestätigt: "Wirmsthal ist eine sehr starke Gemeinschaft an der Einwohnerzahl bemessen. Wir haben eine hohe Zahl an Kirchenbesucher. Denen möchten wir die Möglichkeit geben, in einer schönen Atmosphäre, Gemeinschaft zu feiern."

Auch jetzt wird Gottesdienst gefeiert, in einem fast ausgeräumten Altarraum mit Gerüsten. Den Geistlichen stört das nicht: "Das ist doch ein Abbild aus dem täglichen Leben. Nicht immer ist alles perfekt. Auch die Gemeindemitglieder können sich darüber bewusst werden, dass auch Renovierung am Menschen selbst immer wieder notwendig ist. Für mich persönlich wird damit auch bewusst, dass, egal was wir tun, unser Leben und Dasein von Gott abhängt. Oder wie in Psalm 127,1 steht: Wenn nicht der Herr das Haus baut, mühen sich umsonst, die daran bauen."

Geschichte

(Quelle: Pater Sony Kochumalayil / Pfarreiengemeinschaft Saalethal / wikipedia):

Die Entstehungszeit der Wirmsthaler Kirche ist unbekannt. Man geht davon aus, dass ein Pfründer einer Kirche oder eines Klosters schon vorher ein kleines Kirchlein hatte errichten lassen. Am 5. April 1603 wurde ins "Register über das Gefäll und das Einkommen" eingetragen, dass ein Kirchlein im Jahre 1603 durch die Wohltätigkeit des Schultheissen Marx Seufert zu Wirmsthal erneut erbaut wurde. Das jetzige Gotteshaus wurde im Jahre 1823 errichtet. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch der Wirmsthaler Friedhof. Die Filialkirche wurde, wie auch die Euerdorfer Mutterkirche, dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Figuren der englischen Heiligen Thomas Morus und John Fischer errichtet. Der Altar, der mit dem Wappen des Würzburger Bischofs Johann Philipp von Greifenklau versehen ist, stammte aus dem Würzburger Kloster Unterzell und war seit der Kirchenrenovierung Anfang der 1970er Jahre der einzige Altar des Gebetshauses. Dr. Jürgen Lenssen entwarf im Jahre 2002 einen neuen Ambo und einen neuen Altar. Der Euerdorfer Steinmetz Thorsten Lauer fertigte diese aus Altmühltaler Jura-Marmor neu an. Am 15. September 2002 weihte Bischof Paul Werner Scheele diese ein. Die Kirche gehört zu den Baudenkmälern von Euerdorf.