Die Gemeinde Aura will sich von kostenträchtigen Objekten trennen. Bei der Bürgerversammlung überraschte Bürgermeister Thomas Hack (CSU/ Bürger für Aura) mit der Frage: "Wir haben einiges am Bein, brauchen wir das alles?" Er erläuterte, dass die Gemeinde immer mehr Aufgaben bekomme und Abstriche machen müsse, wo es möglich ist. "In den nächsten zehn bis 15 Jahren sind Investitionen in das Rathaus fällig. Angesichts der geringen Nutzung aber hoher Kosten erwägen wir einen Verkauf."
Natürlich soll das 1990 renovierte Rathaus nicht abgerissen werden, sondern bestehen bleiben. Ob es weiterhin als Amtssitz oder für Ratssitzungen dienen könnte, ließ der Bürgermeister offen. "Aber andere Gebäude in der Gemeinde sind nicht veräußerbar", meinte er mit Hinweis auf die inzwischen leerstehende Schule.
In Wort und Bild ließ Hack die wichtigsten Ereignisse des ablaufenden Jahres Revue passieren und skizzierte die bevorstehenden Projekte. Der Schuldenstand beträgt 450 000 Euro, pro Kopf sind das 514 Euro. Damit liegt Aura knapp unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden (536 Euro).
Die Rücklagen betragen ca. 150 000 Euro, wobei die Zuschüsse für den Bau des neuen Naturbades nicht eingerechnet sind. Die Einnahmen im laufenden Jahr betrugen rund 660 000 Euro. Einkommensteuer und Schlüsselzuweisungen sind die höchsten Einnahmequellen. "Wir halten uns also respektabel über Wasser", kommentierte Hack.

Anstehende Projekte

In nächster Zeit soll das Umfeld an der Festhalle neu gestaltet werden, "das wir nicht nur ein bisschen schottern wollen." Außerdem steht die Sanierung der Hauptstraße bevor. Die Planung soll endgültig im Januar vorliegen. Träger dieser Maßnahme ist, wie bei der Erneuerung der Saalebrücke, der Freistaat. Eine Weiterführung des Rad- und Gehwegs an der "Schrenk" vom Rathaus bis zur Klosterstraßen-einmündung ist zwar bislang nur projektiert, "wäre aber eine tolle Geschichte", sagte Hack.
Die Anfrage von Alexander Manninger nach den Kosten für den Straßenausbau, einschließlich der Erneuerung des Kanals und der Wasserversorgung für die Grundstücksbesitzer, konnte der Bürgermeister noch nicht schlüssig beantworten. Nach seiner Schätzung müssen rund eine Million Euro auf etwa 300 Grundstücke umgelegt werden. "Wir sollten die Beiträge erst erheben, wenn das Projekt fertiggestellt ist. Es könnte aber auch sein, dass Vorauszahlungen notwendig sind. Das entscheidet der Gemeinderat", so Hack.
Udo Tillemann fragte an, ob die zugunsten des Naturbades auf 380 Prozent erhöhte Grundsteuer wieder gesenkt wird. "Wir besprechen das im Gemeinderat, die Grundsteuer wird sicherlich wieder abgesenkt", entgegnete der Bürgermeister. Günter Frank bat seine Mitbürger, auf die Gehwege ragende Hecken zu stutzen.
Stefan Kolb empfahl, den morastigen Holzplatz am Weg zur Ruine trocken zu legen und zu schottern. Vize-Bürgermeister Alfred Graser will dies im Gemeinderat besprechen. Er wisse aus Erfahrung, dass solche Maßnahmen kostspielig sind.
Eine erste Bilanz zum neuen Naturbad zeigte, dass die geschätzten Herstellungskosten von 460 000 Euro um rund zehn Prozent unterschritten wurden. Das Betriebskostendefizit beträgt seit der Neueröffnung am 12. Juli rund 6000 Euro bei etwa 6500 Besuchern. Im Vergleich zum Vorjahr, das 20 000 Euro Betriebskosten bei 3500 Besuchern auswies, konnten hier erhebliche Einsparungen verzeichnet werden. Die Erlöse aus der Photovoltaik-Anlage sind noch nicht berücksichtigt.
Abschließend informierte Hack über die Nominierungsversammlung zur Kommunalwahl 2014. Sie findet in Aura am Donnerstag, 28. November, um 19.30 in der Festhalle statt. Voraussichtlich stellen sich mit Alfred Graser, Martin Kaiser und Thomas Klose nur noch drei der bisherigen Gemeinderäte zur Wiederwahl.