Kaum hört der eine Nachbar auf, fängt der nächste an. Dabei gibt es offenbar unterschiedliche Ansichten, wann man was darf. Ein Stadtteilbewohner hat uns deshalb gebeten, einmal für Klarheit zu sorgen. "Es ist besonders in den normalen Ruhezeiten unerträglich, wenn endlich der eine nach einer Stunde 'Krachmachen' aufhört und gleichzeitig der andere damit (sogar nach 21 Uhr) beginnt!", schreibt er an die Redaktion und bittet darum, die Hammelburger Regelung/Verordnung zu den erlaubten Rasenmäherzeiten großzügig zu veröffentlichen. "Inbegriffen sollte auch das Mähen mit Rasentrimmern, Motorsensen und Motorsägen sein", meint er.

Auf Nachfrage dieser Zeitung informiert Heike Gnerlich, Assistentin des Bürgermeisters sowie im Hammelburger Rathaus für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig: Eine kommunale Regelung hat die Stadt Hammelburg nicht erlassen - es gilt das Bundesrecht. Unter www.bmu.de/themen/luft-laerm-verkehr/laermschutz/themenbereiche-laerm/geraete-und-maschinenlaerm/ und www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachbarschaftslaerm-laerm-von-anlagen/gartengeraete kann jeder genau nachlesen, was man wann darf.

Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung legt demnach zeitliche Beschränkungen für den Betrieb zahlreicher Maschinen- und Gerätearten in lärmempfindlichen Gebieten fest. So ist es in allgemeinen und reinen Wohngebieten verboten, Rasenmäher an Sonn- und Feiertagen ganztägig und an Werktagen in der Zeit von 20 bis 7 Uhr zu nutzen. In diesen Gebieten gilt ferner für bestimmte lärmrelevante Geräte, wie zum Beispiel für Laubbläser und Laubsammler, grundsätzlich auch ein Betriebsverbot in der Zeit von 7 bis 9 Uhr, 13 bis 15 Uhr und 17 bis 20 Uhr.

Laut und gesundheitsschädlich

Die zuständige Behörde kann im Einzelfall weitere Einschränkungen festlegen, aber auch Ausnahmen von den zeitlichen Betriebseinschränkungen zulassen. Daneben gibt es weiterhin Regelungen von Ländern und Gemeinden, unter Anderem zur Wahrung der Mittagsruhe. Und das Umweltbundesamt informiert, dass motorbetriebene Gartengeräte (z. B. Häcksler) erheblichen Lärm verursachen können, der nicht nur als störend empfunden wird, sondern sogar schädlich für die Gesundheit sein kann. Dort heißt es weiter: "Dabei lassen sich viele Gartenarbeiten auch ohne motorbetriebene Geräte durchführen. Laub im Garten kann zum Beispiel ohne den Einsatz eines Laubbläsers oder -saugers mit einem Besen zusammengekehrt und beseitigt werden. Das ist umwelt- und nachbarschaftsfreundlich und schont ihren Geldbeutel."

Nicht an Sonn- und Feiertagen

Und Rasenmähen an Sonn- und Feiertagen kann darüber hinaus auch ordentlich teuer werden. Der Bußgeldkatalog 2021 sieht dafür eine Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro vor.