Zum dritten Mal gab es am Frobenius-Gymnasium ein Treffen ehemaliger Schüler und Lehrer. Jörg Jaedicke, ehemals Biologie- und Sportlehrer, hatte dieses Treffen 2005 initiiert. Seitdem sind im Fünfjahresrhythmus die Abiturienten aller Jahrgänge, aber auch alle, die nur eine Zeit lang dort die Schulbank gedrückt haben, dazu eingeladen.
Mit einem Sektglas im Physiksaal sitzen - als Schüler hätte man das nicht gedurft. Doch beim Ehemaligentreffen gibt es im Foyer diesen prickelnden Willkommensgruß, den mancher dann auch mit auf die Führung durch die Schule nimmt. Lehrer begleiteten die Ehemaligen durch das Schulhaus, darunter Erwin Scheiner, der bis vor eineinhalb Jahren stellvertretender Schulleiter am Gymnasium war und nun im Ruhestand ist. Einen Schüler aus dem Abiturjahrgang 1979 entdeckend, ruft Scheiner aus: "Das hat in mir einen Schock ausgelöst, als mit seiner Tochter zum ersten Mal Kinder an die Schule kamen, deren Eltern ich auch schon unterrichtet hatte."

Einblick in Ganztagsschule

Der Weg führt die Ehemaligen durch die Kunsträume und Physiksäle zum Ganztagsklassenraum. "Von der fünften bis zur siebten Klasse bieten wir seit vier Jahren eine Ganztagsklasse an. Die Schüler haben von 8 bis 16 Uhr Unterricht und werden dann entlassen, ohne noch Hausaufgaben machen zu müssen", berichtet der ehemalige Deutschlehrer und verweist auf gute Erfahrungen.
In einem Klassenzimmer im alten Trakt des Gymnasiums kommen bei Vielen Erinnerungen auf. Es entspinnt sich eine Diskussion, was das beste Medium zur Wissensvermittlung ist: Flachbildschirm, Beamer oder doch die gute alte Tafelanschrift - vielleicht auch eine gute Mischung aus allem? Höhepunkt der Führung ist der Eintritt in das geheimnisumwitterte Lehrerzimmer. Scheiner plaudert aus dem Nähkästchen: "Wenn neue Kollegen kommen und fragen, ob es feste Plätze gibt, dann heißt es immer nein. Auch ich hatte keinen festen Platz, saß aber 25 Jahre hier", deutet er auf einen bestimmten Stuhl und erntet Gelächter. Ebenso sei es mit allen anderen Kollegen gewesen. Wenn also ein neuer Kollege sich irgendwohin gesetzt habe, habe es gleich geheißen: "Da sitzt aber der Kollege Sowieso".

Etwa 300 bis 400 Teilnehmer

Am Abend im Heinrich-Köppler-Haus trafen sich Abiturienten der unterschiedlichsten Jahrgänge. Ein Tisch des Abijahrgangs 1968 ist gut besetzt und tauscht Lebenserfahrungen aus. Auch die letztjährigen Abiturienten unterhalten sich über ihre erstes Jahr nach der Schule. Möglicherweise hat die große sommerliche Hitze manch einen davon abgehalten, den Weg nach Hammelburg auf sich zu nehmen. "Auch wenn man mit den Jahren manches verdrängt - so schlecht können Ihre Erinnerungen an die Schulzeit nicht gewesen sein. Sonst wären Sie ja nicht hier", meint Oberstudiendirektor Helmut Schreiner schmunzelnd. Etwa 300 bis 400 Ehemalige waren gekommen.