"Die aktuelle Corona-Situation mag in der allgemeinen Öffentlichkeit als Atempause wahrgenommen werden, doch die Arbeitssituation in den Pflegeeinrichtungen bleibt anhaltend prekär", kritisiert Marietta Eder, stellvertretende Geschäftsführerin von ver.di Schweinfurt in einer Pressemitteilung: "Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung wird für die Altenpflege ein zügiger Ausbau der Personalbemessung in Aussicht gestellt. Weitere Zeitverzögerungen sind grob fahrlässig!" Die Beschäftigten vor Ort forderten: "Wir wollen auch eine gerechte Bezahlung". Eder konkretisiert: "Dazu braucht es Tarifverträge insgesamt in der Altenpflege. Für alle Beschäftigten der Heß'sche Sozialstiftung muss deshalb der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes TVöD gelten." Es müsse jetzt alles getan werden, um den Beruf der Pflege attraktiver zu machen. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie sollte diese Schlussfolgerung eigentlich auf der Hand liegen, findet Eder. "Weiterhin geben tag-täglich Pflegekräfte ihren Traumberuf auf oder flüchten in Teilzeit. Der Teufelskreislauf schlechter Arbeitsbedingungen, mangelnden Tarifverträgen und Personalflucht muss durchbrochen werden", fordert Eder.

Von einer Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen, der Arbeitskammer des Saarlandes und des Instituts Arbeit und Technik fühlt sich ver.di bestätigt. Demnach könnten bessere Arbeitsbedingungen Pflegekräfte zur Rückkehr in den Beruf und zur Aufstockung ihrer Arbeitszeiten bewegen. Das Potenzial der so zu gewinnenden Vollzeitstellen wird auf mindestens 300.000 beziffert. "Damit wird auch klar, es reicht nicht die Beschäftigten zu beklatschen oder den Pflegenotstand zu bedauern. Wir können und wir müssen die Bedingungen verbessern", so Eder.red