Der 8. September ist Namenstag und gleichzeitig Geburtstag der Gottesmutter Maria, Schutzpatronin der Wallfahrtskapelle im Steinthal.

Ob der Müller Johann Keck, Pächter der Herrenmühle, vor über 300 Jahren ahnte, was die Errichtung seines Bildstockes 1717, aus Dankbarkeit für die Errettung nach zwei Blutstürzen, auslöste? 1739 wurde mit der Bauplanung der Kapelle begonnen und Spenden gesammelt, um den Bau zu finanzieren. Der Grundstein konnte im Jahre 1740 gelegt werden, und zwei Jahre später war der schlichte Renaissance-Bau vollendet.

Der Fuldische Fürststab Amand von Buseck übergab am 17. November 1742 feierlich die Kapelle ihrer Bestimmung zum Wallfahrtsort. Zur Weihe der Kapelle wurden Reliquien des heiligen Paulus und der Evangelisten Matthäus und Lukas eingelassen.

Auch heute zieht es noch viele Besucher ins Steinthal. Unweit der Stadt ist es ein schöner Abendspaziergang, um die Ruhe in der Abgeschiedenheit zu genießen. Als eine der Perlen des fränkischen Marienwegs führt es manchen Pilger vorbei. Viele Paare ließen sich an diesem idyllisch Ort trauen. Andere feierten Silberne oder Goldene Hochzeit.

Der Küster Michael Brendan pflegt das Umfeld und sorgt dafür, dass der Vorbau im Eingangsbereich stets für Besucher zugänglich ist. Geduldig nimmt sich die Muttergottes mit Jesus auf dem Schoß, der die Besucher mit offenen Armen empfängt, deren Sorgen an. Aber auch Dankbarkeit führt zu einem Gebet in die Kapelle. Viele zünden eine Kerze an oder tragen sich ins Wallfahrtsbuch ein.

Zur Zeit sind Wallfahrten im traditionellen Sinne nicht erlaubt und selbst die Teilnehmerzahl im Freien ist wegen des Abstands eingeschränkt. Der festlicher Gottesdienst fand daher im Freien statt, wo sich die Kirchengemeinde mit Masken und warmer Bekleidung am Abend einfand.

Kantor Dieter Blum tauschte die Orgel mit dem Schifferklavier, und die musikalische Begleitung zur stillen Kommunion übernahmen statt Chor oder Orchester die Zikaden. Pfarrer Eschenbacher bedauerte, dass auch ein gemütliches Beisammensein mit Bratwurst und Getränk aus aktuellem Anlass nicht möglich sei. Vielleicht helfe es ja, öfters mal eine Kerze anzuzünden oder bei einem Gebet um Schutz und Hilfe gegen Corona zu beten.