Die Schauspielgruppe "spectaculum" probte in dieser Saison das erste Mal auf der Schlossbühne ihr diesjähriges Stück "Sommernachtstraum". Inklusive erhöhter Verletzungsgefahr und vollem Körpereinsatz der Darsteller.
Ach, es könnte alles so einfach sein. Junge verliebt sich in Mädchen, Mädchen verliebt sich in Jungen, und beide leben glücklich bis an ihr Lebensende. Von wegen. In Wirklichkeit läuft das anders. Da verliebt sich der Junge erst in die eine, dann in die andere. Die andere will ihn aber gar nicht, während ihm die eine nun erst recht nachstellt. Und so jagt der eine den anderen und die eine den nächsten davon. Wer soll da noch mitkommen?
Aber dieses und anderes Liebes-Wirrwarr löst in diesem Jahr das "spectaculum" in der Aufführung des "Sommernachtstraums" von Shakespeare auf. Wie üblich mit eigenen Interpretationen der Regisseurin Claudia Albrecht. Sie katapultiert die Geschichte ins Jahr 1910, als die Frauen in der Gesellschaft langsam anfingen, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen. Als Grund dafür sieht Claudia Albrecht unter anderem den damaligen Fortschritt in Medizin und Technik sowie die industrielle Revolution. Und so wehrt sich in ihrer "spectaculum"-Aufführung des "Sommernachtstraums" die Tochter nicht gegen das Patriarchat, sondern gegen die Mutter, die Frauen im Stück bestimmen selbst, wen sie heiraten und auch die gleichgeschlechtliche Ehe thematisiert Claudia Albrecht in ihrer Aufführung.


Immer wieder neu interpretiert

Jetzt fand die erste Probe der Schauspielgruppe auf der Schlossbühne in Hammelburg statt. "Spectaculum" interpretiert die Stücke immer wieder neu. "Es ist schön für jede Aufführung was Eigenes zu machen, es ist eine Herausforderung", sagt Claudia Albrecht dazu. "Ich darf nicht unterschätzen, welche Spieler mir zur Verfügung stehen, und danach orientiert sich dann das Stück. Diesmal hatte ich besonders viele Frauen zur Verfügung, da bin ich auf die Idee mit den Frauenrechten gekommen", erklärt die Regisseurin, während sich auf der Bühne hinter ihr die Darsteller neu aufstellen.


Blutige Knie

Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein jagten sich diese anschließend als Verliebte, Verknallte und Besessene über die Bühne und versuchten ihr Objekt der Begierde zu fassen.
Im Schauspielrausch der Gefühle strauchelten und stürzten die Darsteller über Rasen und Stein. So mancher Verehrer holte sich mehr als ein blutiges Knie auf der Jagd nach seiner Angebeteten. Macht aber nix, unter Profis wird gelacht und dann munter weitergeprobt.
Claudia Albrecht und ihre Darsteller fegen über die Bühne und bringen nicht nur durch so manch unabsichtliche Stürze den Zuschauer zum Lachen, sondern durch witzige Wortgefechte, vollen Körpereinsatz und ein äußerst absurdes Gerangel um ein Mädchen und ihren Roller, der eigentlich ein Hochrad ist. Aber dazu mehr im Stück.
Shakespeares "Sommernachtstraum" feiert am 30. Juni auf der Schlossbühne in Hammelburg Premiere und verspricht, mit Humor rund um das Thema Gleichberechtigung zu überzeugen. Cornelia Neumeyer



Vorstellungen an den Wochenenden , Freitag, 30. Juni, und Samstag, 1. Juli, sowie
Freitag, 7. Juli, und Samstag, 8. Juli, jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr.

Vorverkauf ab Montag, 22. Mai, durch Bunter Buchladen, Kissinger Str. 8., Hammelburg.
Vorbestellungen sind auch per E-Mail möglich an 1.Vorstand@spectaculum-hab.de.
Die vorbestellten Karten können nach Bezahlung an der Abendkasse abgeholt werden.

Transfer Die Karte enthält neben dem Programmheft die Busfahrt vom Weihertorplatz über den Parkplatz "Kloster Altstadt" zum Schloss und zurück. Der letzte Bus fährt ca. gegen 23.45 Uhr vom Schloss nach Hammelburg (bedarfsbedingt).