Trotz Corona haben auch im Oktober wieder zwei Seniorennachmittage im Hammelburger Pfarrheim Sankt Johannes stattgefunden, organisiert von den Mitmach-Aktiv-Senioren Hammelburg. Wegen der steigen Infektionszahlen wurde die Vorkehrungen nochmals verschärft. Nur 20 angemeldete Senioren, dazu fünf Ehrenamtlich aus dem Team sind pro Nachmittag erlaubt. Alles wurde so organisiert, dass trotz Sicherheitsabstände Unterhaltungen möglich waren.

Von den Senioren gehe die geringste Gefahr aus, mit Corona infiziert zu sein und dies zu übertragen, heißt es in einer Info der Mitmach-Aktiv-Senioren. Die älteren Herrschaften fahren ja weder in Urlaub noch begeben sie sich auf größere Veranstaltungen oder Familienfeste. Viele fingen in diesen Zeiten nicht mal mehr zum Einkaufen, und Arzttermine würden oft aus Angst nicht wahrgenommen. Einige hielten sich nur noch in den eigenen vier Wänden auf, und es fielen die wenigen sozialen Kontakte komplett weg, die gerade im Alter so wichtig seien.

Die größere Gefahr gehe eigentlich vom Team aus. Dessen sei es sich bewusst und verzichte bereits Tage vorher auf unnötige Kontakte, auf Ausflüge oder Kurzurlaube. Beim geringsten Gefühl von Unwohlsein werde zu Hause geblieben. Die Aufgaben seien so verteilt, dass nur zwei Personen aus dem Team mit den Senioren in Kontakt kommen.

Ziele seien , außer der Geselligkeit, Körper und Geist der Senioren zu fordern.Die Nachmittage bestünden aus 15 Minuten Sitz-Gymnastik und Rätselspielen. Es gebe auch immer ein Tagesthema, zudem sich alle äußern könnten. Im Oktober stand das "Erntedankfest" im Mittelpunkt. Gedichte, Gebete und Brauchtum aus anderen Regionen würden vorgestellt. Es sei auch viel gelacht, woran sicher nicht nur der Federweißer schuld gewesen sei. Und sei gesungen worden, natürlich nur mit mit Abstand, Mundschutz und leisen Tönen.

Nachträglich zum 90. Geburtstag wurde Erwin Herrlein ein Ständchen gesungen. Das Geburtstagstänzchen werde nachgeholt. Erwin Herrlein wurde 1930 in Diebach geboren und lebt jetzt mit seinem Lehnchen in Hammelburg. Voller Stolz blickt er auf die stets wachsende Familie, zu der zwei Kinder, vier Enkelkinder und zwei Urenkel gehören.

Das jüngste Enkelkind, knapp ein Jahr alt, haben sie aufgrund von Corona und der Entfernung erst einmal zu Gesicht bekommen. Glücklicherweise wohnen sie gemeinsam mit der Familie in den eigenen vier Wänden, und die ermöglicht den Urgroßeltern regelmäßiges Skypen. Somit können sie das Heranwachsen des jüngsten Sprosses zumindest auf Distanz begleiten.

Es sei wichtig, auch in Corona- Zeiten die Kontakte aufrecht zu erhalten, so die Organisatoren der Seniorennachmittage. Sollten aufgrund der steigenden Infektionszahlen keine Nachmittage mehr stattfinden können, werde man andere Möglichkeiten finden, die Kontakte aufrecht zu erhalten.