Nach mehr als 50 Dienstjahren verabschieden sich Reinhard Klein aus Fellen und Ludwig Plobner aus Untergeiersnest in den Ruhestand. Daneben werden sie noch für dieses Dienstjubiläum geehrt. 50 Jahre dürften nur wenige Menschen in ihrem Leben erreichen. Am Forstbetrieb Hammelburg ist dies gleich zwei Personen gelungen. Bereits mit 16 Jahren haben Reinhard Klein und Ludwig Plobner angefangen, im Wald zu arbeiten und gehen nun mit 66 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

Wehmütig blicken Forstwirtschaftsmeister Reinhard Klein und Forstwirt Ludwig Plobner drein. Eigentlich sollten sie Ende November bei einer Betriebsversammlung geehrt und in einem angemessenen Rahmen verabschiedet werden, heißt es in einer Pressemeldung der Bayerischen Staatsforsten. Diese Veranstaltung sei coronabedingt aausgefallen. Die Verabschiedung im Kreise aller Kollegen des Forstbetriebes wird nachgeholt, sobald es die Coronabedingungen zulassen.

Reinhard Klein hat mehr als 50 Jahre im Raum Mittelsinn/Aura gearbeitet. Sein Arbeitsbeginn war der 1. Oktober 1971. Zunächst als Forstwirt und später als Forstwirtschaftsmeister hat er im Sinngrund Spuren hinterlassen. So hat er lange Jahre Forstwirte ausgebildet, Fortbildungen für Kommunen und private Waldbesitzer gehalten, Schulungen an Berufsschulen durchgeführt und sein Wissen hier an viele Menschen, die im Wald arbeiten wollten, weitergegeben. In den vergangenen Jahren hat er unter anderem die Brennholzselbstwerber im Raum Mittelsinn betreut und dürfte damit der örtlichen Bevölkerung bestens bekannt sein.

Ludwig Plobner begann ebenfalls am 1. Oktober 1971 am Forstamt Neuwirtshaus seinen Berufsweg. Herr Plobner hat dabei alle Arbeiten, die ein Waldarbeiter machen muss, erledigt. Ob Holzernte mit der Motorsäge, Pflanzung, Pflege von Jungbeständen; Wegeunterhalt, Naturschutzmaßnahmen, Jagd und vieles mehr. Auch war er langjähriger Vertreter im örtlichen Personalrat und hat sich als Waldgeschworener um die Grundstücksgrenzen im Neuwirtshauser Forst gekümmert.

Gerade in den vergangenen beiden Jahren, zeigt sich wie wichtig es ist die Wälder mit klimastabilen Baumarten, wie der Eiche, anzureichern und standortswidrige Nadelwälder umzubauen. Damit haben sowohl Klein als auch Plobner vor Jahrzehnten begonnen.

"Es freut mich immer wieder, wenn wir vor so einem 40-jährigen Eichenwald stehen und Herr Klein und Herr Plobner erzählen uns, wie sie diesen damals gepflanzt oder gesät haben und ihn über all die Jahre danach auch gepflegt haben. Heute sind es bereits stattliche Bäume, die fast jetzt schon über 20m hoch sind", sagte Daniel Zippert, Forstbetriebsleiter in Hammelburg.

Daran sehe man, wie langfristig Förster und Forstwirte denken müssen. Denn dies Bäume sind nur "Teenager". Im Wald wird ein Generationenvertrag in einer nachhaltigen Umsetzung gezeigt. "Die Bäume die wir heute ernten pflanzten unsere Vor-Vorgänger, teilweise bereits vor über 200 Jahren. Die Bäume die Plobner und Klein gepflanzt haben werden wohl ebenfalls zumindest zum Teil in 100 bis 150 Jahren erntereif sein." Solange haben die jeweiligen Generationen dafür die Verantwortung, dass auch für die Nach-kommen ein stabiler, erlebnisreicher und ertragreicher Wald erhalten bleibt. Diesernachhaltige Ansatz der Bayerischen Staatsforsten funktioniere seit Jahrhunderten sehr gut.

Die aktuelle Hauptaufgabe bestehe darin, den Wald an die Veränderungen im Klimawandel anzupassen. Dafür braucht es Förster und Forstwirte.

Zum Abschied wurde Reinhard Klein und Ludwig Plobner ein Präsentkorb überreicht. Zippert bedankte sich nochmal für diese bemerkenswerte Lebensarbeitsleistung.red