Von Rene Wolf aus Fuchsstadt, der seit mehr als einem Jahr in Spanien auf eine Herztransplantation wartet, gibt es Neuigkeiten. Es sind keine guten. Der Gesundheitszustand des Siebenjährigen verschlechtert sich zunehmend. Mit weitreichenden Folgen.

Zwei bis drei Schritte - mehr kann Rene nicht gehen, ohne eine längere Pause einlegen zu müssen. Zum Vergleich: Vor einen reichlichen Jahr, als seine Mutter Silvia Wolf mit ihm nach Spanien ging, betrug sein Aktionsradius noch mehrere Meter. Kein Zweifel: Renes Gesundheit hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert.

"Der Fuchsstädter Junge braucht derzeit bis zu zehn Liter Sauerstoff die Stunde", heißt es von der Familie. Das entspreche der absoluten Höchstdosis, die man ambulant zu sich nehmen könne. Das heruntergekühlte, in schwere Behälter gepresste Flüssiggas erleichtert Rene Wolf seit langem das Leben.

Weil die Grenze bei der Sauerstoffzufuhr erreicht ist, wird der Siebenjährige spätestens im Januar 2020 auf die Intensivstation des katalanischen Krankenhauses eingewiesen werden müssen, in dem auch seine Herztransplantation durchgeführt werden soll. Rene leidet unter einer schweren Fehlbildung des Herzens. Sein Leben ließe sich potenziell nur wesentlich verlängern, wenn ihm das Herz eines Spenders eingepflanzt würde. Die Chancen, in Deutschland ein passendes Organ zu bekommen, stehen für Rene bei fast Null; in Spanien sind sie wesentlich besser. Deswegen der Umzug des kleinen Fuchsstädters und seiner Mutter Silvia nach Barcelona vor über einem Jahr.

In der Klinik "wird er seine herzstärkenden Medikamente intravenös bekommen und steht unter ständiger Beobachtung und Untersuchung", teilt die Familie weiter mit. Schon am 17. Dezember musste Rene für drei Tage in dieses Krankenhaus, um eine Magensonde gelegt zu bekommen. Dann, so hoffen seine Eltern, darf der Siebenjährige mit Erlaubnis der Ärzte den Rest des Jahres zuhause in der Wohnung in Barcelona verbringen. Schwester Pia hat sich angekündigt. Sie wird - wie vergangenes Jahr - ihre Ferien, das Weihnachtsfest und Silvester gemeinsam mit Rene und ihrer Mutter Silvia in Spanien verbringen.

Sollte Rene im Januar tatsächlich stationär aufgenommen werden, würde für ihn auch im Klinikum der Schulunterricht weitergehen. Vorausgesetzt, sein Gesundheitszustand lässt es zu und die Ärzte erheben keine Einwände wegen zu hoher Belastung.

"Rene versteht zunehmend besser spanisch. Sich selber auf spanisch auszudrücken, fällt ihm dagegen noch schwer", schreibt seine Familie. Teilweise verwendet seine Lehrerin auch die in Barcelona gängige katalanische Sprache.

Die engsten Familienmitglieder dürfen Rene übrigens ohne Einschränkungen besuchen, wenn er dauerhaft in der Klinik ist. Alles weitere werde bei der Aufnahme in die Intensivstation geregelt und je nach Gesundheitszustand entschieden.

Rund 400 Tage leben der Siebenjährige und seine Mutter schon in Spanien. Die Hoffnung auf den erlösenden Anruf, dass ein passendes Spenderherz für Rene gefunden ist, ist weiterhin groß. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr.