Die Prüfung erfolgte auf Grundlage des "Vertrages über konventionelle Streitkräfte in Europa" (KSE-Vertrag).
Der Vertrag entstand vor dem Hintergrund der Entspannung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion während der Endphase des Kalten Krieges. Am 19. November 1990 unterzeichneten in Paris 22 Mitgliedsstaaten der Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO) und des Warschauer Pakts das Abkommen, das am 9. November 1992 schließlich in Kraft trat. Es verfolgte das Ziel, die immensen Waffenarsenale auf beiden Seiten innerhalb eines vertraglich vereinbarten Zeitraums von 40 Monaten deutlich zu reduzieren. Die Vertragsstaaten zerstörten in der Folgezeit mehr als 50 000 Waffensysteme.

Die Maßnahmen wurden von einem Informationsaustausch sowie von gegenseitigen Inspektionen begleitet. Auf Grundlage dieser Vereinbarung erfolgte nun die polnische Inspektion. "Solche Inspektionen haben Vorrang vor jedem Friedensdienst, denn hier repräsentiert der Standort Hammelburg die Bundesrepublik Deutschland und stellt unsere Vertragstreue unter Beweis", erklärt Hauptmann Raymond Köhler. Er ist als Rüstungskontrollbearbeiter des Ausbildungszentrums Infanterie für die Umsetzung des KSE-Vertrages am Standort Hammelburg verantwortlich. Köhler sagte: "Nachdem die letzte Prüfung 2005 durch ein ukrainisches Inspektorenteam erfolgte, war diese Prüfung für fast alle eine neue Erfahrung."

Der Kasernen-Kommandant der Saaleck-Kaserne, Oberstleutnant Frank Dietrich, informierte als Repräsentant der Inspektionsstätte Hammelburg über die Besonderheiten auf dem Lagerberg. Begleitet wurden die polnischen Inspektoren durch das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr, das für Rüstungskontrolle in der Bundeswehr zuständig ist.

Inspektionen auf Grundlage des KSE-Vertrages laufen nach einem festgelegten Verfahren. Nachdem das ausländische Inspektorenteam in Deutschland angekommen ist, gibt es innerhalb einer Stunde bekannt, welchen Standort es besuchen möchte. Dann hat die jeweilige Dienststelle vier Stunden Zeit, sich auf die Durchführung des Besuches vorzubereiten. Bei der Inspektion auf dem Lagerberg handelte es sich um eine bilaterale Ausbildungsinspektion. Im Einzelnen wurde die Fahrzeuge vom Typ GTK Boxer, Schützenpanzer Marder sowie Transportpanzer Fuchs gezählt.