Die FC-Theaterabteilung feierte im noch jungen Jahr einen erneuten Erfolg mit ihrem Stück "Der Untote im Stadtpark". Einer der Schauspieler vergaß im Bühneneifer sogar sein Jubiläum - Arnulf Pfülb steht seit 30 Jahren auf der Bühne.
Vom damaligen Abteilungsleiter Georg Stöth aus einem Fußballteam angeheuert, kam er in die Schauspielertruppe. "Ich habe mich so gefreut als der Schorsch mich fragte, dass ich sofort ja sagte", erinnert er sich. "Natürlich wurde ich behutsam in das Metier eingeführt. Meine erste Rolle war die eines Dieners, der nur sagte: Hier sind die Hutschachteln". Besagte Schachteln hatte der Hobby-Schauspieler übrigens selbst aus Pappe und Tapeten gebastelt.

Spielen macht Spaß

"Nach und nach bekam ich größere Rollen, als Briefträger, Liebhaber und Opernsänger. Das Theaterspielen machte mir zunehmend Spaß", fährt Pfülb fort und schwört auf seine Erfahrung: "Wer einmal Theaterluft geschnuppert hat, den lässt sie nicht mehr los". Vor allem gefiel ihm auch die Geselligkeit unter den Schauspielern.
Gefragt nach seinen Lieblingsrollen meint Pfülb: "Die des Rockers in einem Luststück, als italienischer Opernsänger und als Bankräuber. Das non plus ultra waren für mich jedoch die Auftritte auf der Freilichtbühne in den von Stöth geschriebenen und inszenierten Theaterstücken Freischütz und Geierwally, in der ich den Bären-Josef spielte".
"Auch im Buren-Krieg und in Maria, Hexe oder Engel bekam ich einen Part", erklärt der Jubilar stolz. "In solchen Stücken muss man Charaktere verkörpern. Du musst die Leute zum Weinen bringen. Man lebt diese Figuren" versichert Pfülb mit dem Hinweis auf extrem intensive Proben.
Im "Untoten im Stadtpark", in dem Arnulf Pfülb eine kleinere Rolle spielte, ging es mysteriös zu. Den jungen Liebhaber Moritz (Alexander Lebsack) ereilte der (vermeintliche) Tod beim Liebesspiel mit einer biederen Hausfrau Karoline (Martina Lotze), die die Leiche verschwiegen und schnell "entsorgen" will. Aber, wohin damit?
In ihrer Not besinnt sich sie sich auf ihre couragierte Freundin Klara (Beate Weimar-Stockmann), die einen Plan entwickelt. Der "Tote" wird verschnürt, in einen Rollstuhl gesetzt und in den Bach im Hammelburger Stadtpark gekippt. Das sieht wie ein Unfall aus.
Doch die beiden Verschwörerinnen werden bei ihrer Arbeit immer wieder gestört. Mal ist es der Gatte, mal der Stromableser oder das Telefon, das das unheimliche Tun unterbricht. Jedesmal können die Damen die Leiche gerade noch verstecken oder kaschieren.
Endlich kommen sie zu Rande, setzen ihren Plan um, und der tote Liebhaber landete endlich im Bach. Dort erwacht er allerdings - vom kalten Wasser geschockt - wieder zum Leben. Denn er war gar nicht wirklich tot sondern scheintot.

Das Jubiläum

Die von Edgar Stockmann geführte Theatergruppe hatte wieder einmal die Lacher auf ihrer Seite. Ein zweites Bonmot schickten Isolde Stockmann und Lisa Schaupp hinterher, die als XY-Fahnder auftraten und nach 30 Jahren einen "Kriminellen" entlarvten - Arnulf Pfülb, der von seinen Mitspielern und dem Publikum gefeiert wurde.
In die Abendvorstellung hatte die Theaterabteilung eine Verlosung eingebettet, in der es schöne Preise zu gewinnen gab.