Nach langjähriger Pause ist es der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) Hammelburg gelungen, wieder eine feierliche Hubertusmesse auszurichten. Zelebriert hat diese Pfarrer Josef Zwickel aus Diebach. Für Musik sorgte die Bläsergruppe Schweinfurt, die mit ihren Parforcehörnern die "Grande Messe de Saint Hubert" in Es-Dur nach J. Cantin vortrug. Die 19 Musiker umfassende Gruppe verlieh der Messe durch ihr souveränes Spiel neben ihrem religiösen auch einen großen musikalischen Wert.

Am Rande der Messe fand auch eine kleine vom Landratsamt genehmigte Mahnwache von Jagdgegnern am Kirchenzugangsweg statt.

Im Gasthaus Brust folgte die Hubertusfeier. Nach einem kurzen Grußwort der stellvertretenden Landrätin, Monika Horcher, folgte die "Hubertusrede" von Enno Piening, einem der Vizepräsidenten des Landesverbandes. Er zeigte die zunehmend schwierige Situation auf, in der sich Jagd und Wild befinden und ging dabei insbesondere auf die sinkenden Niederwildbestände ein, auf die Schalenwildproblematik, auf Rot- und Rehwild als vermeintliche Waldvernichter und auf die Schwarz-wildproblematik. Lamentieren in Jägerkreisen helfe bei der Lösung dieser Probleme sicher nicht. Die Pächter müssen untereinander besser kooperieren, vor allem aber auch mit den Landwirten und dem Forst, ohne die die Forderung nach Lebensraumverbesserung nicht zu verwirklichen sei.

Für eine intakte Natur

Außerdem sei es wichtig, in der Öffentlichkeit Verständnis zu wecken. Die Bürger forderten eine intakte Natur, viele würden aber nicht einsehen, dass sie sie dafür auch gelegentlich in Ruhe lassen müssen. Kritisch äußerte sich Piening dazu, die Einbürgerung von Großraubwild zu fördern oder zumindest zu fordern. Dazu fehle es meist an Raum und an Beute, weil Schalenwildbestände oft nur noch als negative betriebswirtschaftliche Einflussgrößen gesehen werden.

Erfreulich findet es der Vizepräsident des Landesverbandes, dass sich noch junge Menschen finden, die die Mühsal des "Grünen Abiturs" auf sich nehmen und den Jagdschein erwerben. Gleich neun Jungjägern erteilte Helmut Keller den Jägerschlag. Dies ist ein jahrhundertealtes Ritual, bei dem "die Neuen" den geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen der Weidgerechtigkeit verpflichtet und förmlich in die Gemeinschaft der Jäger aufgenommen werden. Musikalisch aufgelockert wurde die Hubertusfeier durch die Bläsergruppe Schweinfurt.