Nachdem er bereits seit November 2014 auf dem Lagerberg tätig ist, wurde Robert Andrzejczyk nun auch offiziell in das Amt des Militärpfarrers am Bundeswehr-Standort Hammelburg eingeführt. Den Höhepunkt des feierlichen Standortgottesdienstes bildete die Erneuerung des Weihe-Versprechens, die Übergabe des Evangelienbuchs und das Umhängen des Brustkreuzes der Katholischen Militärseelsorge durch den Stellvertreter des Katholischen Leitenden Militärdekans im Militärdekanat München, Siegfried Weber.

Auch Familie angereist

Passend zum Eröffnungslied "Versammle uns Herr Jesu Christ", hatten sich katholische sowie evangelische Zivilgeistliche und Militärpfarrer, Angehörige des Ausbildungszentrums Infanterie Hammelburg und Vertreter des öffentlichen Lebens aus der Region in der Christkönig-Kirche eingefunden. Am weitesten waren dabei die Mutter und die persönlichen Freunde des aus Sulecin (Polen) stammenden, neuen Militärgeistlichen angereist, die Andrzejczyk eigens in seiner Muttersprache begrüßte. "Kirche ist Gemeinschaft", nahm Weber in seiner Begrüßung Bezug auf das Eingangslied. Ganz besonders gelte dies für die Seelsorger in der Bundeswehr, welche die Soldaten bei ihrem Dienst im In- und Ausland begleiten.
Statt einer freien Textauswahl für das Evangelium hielt sich Weber bewusst an die katholische Leseordnung und verlas das Tagesevangelium nach Matthäus mit der zentralen Aussage: "Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe". Schon zu allen Zeiten wurden Christen angefeindet und dennoch gab es stets Menschen, die gesandt waren, um für die Menschen in ihrer Lebenssituation das Evangelium zu verkünden. Auch in Deutschland würde Religion zunehmend argwöhnisch beäugt, gelte als einschränkend und verschwinde mehr und mehr aus dem öffentlichen Leben, so Weber. Sie würde zunehmend "ins Private abrutschen", wobei das in Bayern noch nicht so stark der Fall wäre. "Lieber Robert", richtete er seine Worte anschließend an den neuen Militärpfarrer Andrzejczyk, "ich will dir damit weder Angst machen, noch Soldaten mit Wölfen vergleichen. Ich entsende dich nicht in eine wilde Horde, sondern mitten ins Leben der Soldaten". Die Bundeswehr stelle stets ein Abbild der Gesellschaft dar. Und die Militärseelsorge biete eine große Chance - denn nirgendwo anders würde man so eng mit den Menschen zusammenleben, zu denen man gesandt wurde. "Sei Christ und Mensch; überzeugend und mutig. Pack an, zeige Respekt, nimm die Menschen an - und sie werden dich annehmen", gab er Andrzejczyk mit auf den Weg.

2007 zum Priester geweiht

Der Priester der Erzdiözese Warschau wurde im Jahr 2007 zum Priester geweiht und war fünf Jahre lang in Gemeinden im Umkreis Warschaus sowie zwei Jahre in der Gefängnis-Seelsorge eingesetzt. Seit 2012 war er auf mehreren Stationen in Deutschland tätig - so auch ein Jahr als Kaplan bei Militärdekan Siegfried Weber in Ulm. In dieser Zeit vertiefte Andrzejczyk unter anderem seine Kenntnisse der deutschen Sprache und bereitete sich intensiv auf seine neue Aufgabe als Militärgeistlicher vor. Der neue Katholische Militärpfarrer hat seinen Dienstsitz auf dem Hammelburger Lagerberg und betreut außerdem den Standort Wildflecken. Bei einem Stehempfang im Anschluss überbrachte der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth die Glückwünsche der Stadt und stellvertretend auch für den Landkreis Bad Kissingen. Constantin Deschner