Schwere Arbeit galt es beim Aufhängen der Glocken im Turm der Klosterkirche zu leisten. Die vier in Passau neugegossenen Exemplare sind inzwischen - unfallfrei, ohne Schäden und nebst Einbaumaterial - im Glockenturm untergebracht.
"So etwas erlebt man eigentlich nur einmal im Leben", waren sich die Zuschauer einig. Und dieses besondere Erlebnis wollten sich viele Auraer nicht entgehen lassen, darunter auch die Kinder aus dem Kindergarten St. Laurentius.
Das Fuchsstädter Abschlepp- und Bergungsunternehmen Gerner hievte mit einem Autokran zunächst die drei kleineren Geläute in die luftige Höhe. Kirchenpfleger Thomas Klose, Leo Fell, Heiko Frank von der Kirchenverwaltung und Gerd Reuß sowie der Mitarbeiter der Passauer Gießerei, Hans Hartl, bugsierten diese gemeinsam durch das Turmfenster und fixierten sie im Turm. Danach mussten zunächst Teile des Glockenstuhls, Abstellhölzer, Mörtel und Wasser an den Ort des Geschehens gebracht werden, um dann die größte Glocke - nach einer Klangprobe mit einem Gewicht von 835 Kilogramm - folgen lassen zu können.
Schritt für Schritt müssen nun die nächsten Arbeiten und der Einbau folgen. Dazu sind auch Zimmerleute der Firma Ripas aus Würzburg vor Ort, die eine Abhebesicherung fertigen, damit der Glockenstuhl keine Vibrationen aufnehmen kann.
"Am Freitag, 30. Mai, kann wahrscheinlich der Einbau vonstatten gehen", vermutet Klose, der Initiator des neuen Geläutes, das mit rund 145 000 Euro zu Buche schlägt. Zwar beteiligt sich die Gemeinde mit einem Obolus von 25 000 Euro und die Diözese gab eine Zusage über 44 000 Euro. Mit der Hoffnung auf weitere Förderung muss der Kirchenpfleger allerdings sein Augenmerk bei der Finanzierung auf Spenden richten, die jederzeit willkommen sind. "Die Glocken sind erst mal oben, alles weitere kriegen wir hin", gibt er sich optimistisch.
Was geschieht mit den alten Glocken, die aus den 1920er und 1940er Jahren stammen? "Die beiden kleineren Exemplare wollen wir verkaufen, die größeren, verzierten, sollen für die Dorfkirche erhalten bleiben", informierte er.
Der ersehnte Wunsch, die neuen Glocken erstmals erklingen zu lassen, kann voraussichtlich zum Pfingstfest in Erfüllung gehen. Marion Schmitt, die im ehemaligen Klostergebäude wohnt, freut sich schon: "Ich bin das Läuten der Glocken seit Jahren gewöhnt und vermisse es schon richtig", gesteht sie.