Neue Feldgeschworene sind in der jüngsten Gemeinderatssitzung von Wartmannsroth vereidigt worden. Bürgermeister Florian Atzmüller erläuterte kurz dieses besondere Ehrenamt, das es bereits seit dem Mittelalter gebe und als das älteste Ehrenamt in Franken gelte. Feldgeschworener zu sein heiße, lebenslang dieser Aufgabe verbunden zu sein. Die Feldgeschworenen, die auch "Marker" genannt werden, gehörten seit drei Jahren sogar zum Immateriellen Unesco-Weltkulturerbe.

Genaueres wird den neu vereidigten Markern demnächst vom Vermessungsamt mitgeteilt. Das "Siebener" - Geheimnis erfahren die Feldgeschworenen vom Ortsobmann.

Im Anschluss fand die öffentliche Sitzung des Gemeinderates statt. Es gab eine Anfrage zu einem Einfamilienhaus auf einem Bauplatz, für den ein Mehrfamilienwohnhaus geplant ist. Diskutiert wurde, ob man dem Bauwerber das Einfamilienhaus genehmigen soll, oder den Bauplatz für ein Mehrfamilienwohnhaus aufsparen sollte. Es wurde entschieden, dem Bauwerber ein anderes Baugrundstück ans Herz zu legen, ohne den Antrag abzulehnen. Im Zweifelsfall müsse darüber noch einmal entschieden werden.

Der Dorfplatz, beziehungsweise die Dorfscheune in Völkersleier, soll im Zuge der Modernisierung eine Außenbeleuchtung erhalten. Dem Gemeinderat wurde eine Grafik mit den Standorten der Lampen vorgelegt. Der Rat befürwortete den Vorschlag, allerdings muss noch einmal Rücksprache mit den Stadtwerken Hammelburg gehalten werden, ob eine der Leuchten einen anderen Leuchtwinkel benötigt.

Ein weiterer Tagespunkt der Sitzung war die Bedenkenanmeldung der Baufirma Burger im Hinblick auf das Baugebiet "HÄG". Es wurde gleich zu beginn der Arbeiten festgestellt, dass die Stützkeile der vorhandenen Bordsteine bereits zerbrochen sind. Hier wurden vor fünfundzwanzig Jahren Leitungen gelegt. Man einigte sich darauf, diese fehlerhaften Stellen auszubessern statt einer aufwendigen Kernsanierung.

Der Biber ist auch in der Gemarkung Wartmannsroth umtriebig. Bei einer Begehung konnte sich zweiter Bürgermeister Markus Koberstein bereits ein Bild vom Biberbau vor Ort machen. Laut Landratsamt gebe es sogar mehr als einen Biber hier. Koberstein erklärt: "Es ist ein einziges Dilemma mit dem Biber, denn wenn man dem Biber das Holz wegnehmen würde, geht er in den Wald nebenan und holt sich wieder frisches Holz. Nicht einmal 24 Stunden später, nachdem wir ein Loch am Bau gemacht hatten, war das komplett mit frischem Holz wieder aufgebaut. Also egal, wenn jemand kommt und den Bau zerstört, baut der Biber alles wieder sehr schnell auf."

Für die Anlieger sei das sehr unbefriedigend, aber der Biber steht unter Naturschutz und hat ein Bleiberecht. Der Vorschlag der Gemeinde, die Wiese zu kaufen, kam bei der unteren Naturschutzbehörde sehr gut an. "Dann kann der Biber machen was er will und glücklich sein", so äußerte sich die zuständige Behörde zu der Empfehlung. Der Wieseneigentümer überlegt noch, ob er dem Verkauf zustimmt.

Ärger gab es auch bei Anwohnern in Völkersleier in der Straße "Am Seeblick" im Zusammenhang mit dem diesjährigen Starkregen. Die Anwohner baten die Gemeinde um Hilfe, denn bei dem letzten Unwetterereignis lief der Keller eines Anwohners bis auf Schulterhöhe sehr schnell voll. Dem Gemeinderat wurden Grafiken der umliegenden Flächen gezeigt und genau erklärt, woher das Wasser stammt. Der Gemeinderat wird sich mit dem Wasserwirtschaftsamt in Verbindung setzen.

Ebenfalls Sorgen bereiten dem Gemeinderat die aktuellen Straßenausbesserungsarbeiten. Im Winter werden im jährlichen Turnus die verschiedenen Schäden begutachtet und zur Ausschreibung veröffentlicht. Nach dem Vertragsabschluss mit den jeweiligen Firmen dauere es aber oft sehr lange, bis diese mit den Arbeiten anfangen, und es entstehen in der Zwischenzeit schon wieder neue Schäden. Den Gemeinderäten wurde das anhand von Fotos erklärt, mit dem Mehraufwand und den entsprechenden Kosten bei der Behebung zeigten sie sich einverstanden.

Am 18.10.21 findet im Feuerwehrhaus Wartmannsroth um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung der "Helfer vor Ort" statt, wie Florian Atzmüller informierte. Der erste Feuerwehrkommandant aus Geroda, Achim Kohlhepp, wird informieren. Dem Bürgermeister ist es ein großes Anliegen, dass sich viele Helfer vor Ort finden.

Abschließend lag dem Bürgermeister noch ein Punkt auf dem Herzen und er gab das Wort direkt weiter an Gemeinderätin Christina Schmitt. Sie erklärte, dass sie aus beruflichen und privaten Gründen den Gemeinderat verlässt. Sie möchte sich jedoch noch um die Einarbeitung eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin kümmern.