Am 30. Juni konnten Reinhard Beichel und Uwe Tobaben nach 17 Monaten Corona-Pause wieder zu einem Arbeitseinsatz der Afrika Hilfe Franken e.V. nach Tansania reisen. Schon drei Monate vorher war dort begonnen worden, zwei Klassenzimmer in der Grundschule Tumaini zu bauen. Nach jedem Abschnitt wurde eine neue Materialliste erstellt und bezahlt.

Als Reinhard Beichel und Uwe Tobaben dort eintreffen, ist der Rohbau bereits fertig und die leeren Räume werden provisorisch für den Unterricht genutzt. Die Arbeiter stehen parat und schon am nächsten Tag ist das Baumaterial für den Einbau der Zimmerdecken besorgt. Beim Schreiner sind 52 neue Schulbänke in Auftrag gegeben. Am zweiten Tag beginnt der Fliesenleger mit seiner Arbeit. Parallel geht das Dilemma mit der Solarpumpe weiter, die nun schon fast zwei Jahre außer Betrieb ist. Die aus Deutschland mitgebrachte und reparierte Kontrollbox funktioniert, aber die Pumpe fördert nicht. Zum inzwischen dritten Mal wird sie aus etwa 70 Meter Tiefe herausgezogen und überprüft. Zum Glück ist diesmal ein wirklich kompetenter Mechaniker vor Ort. Er stellt fest, dass die Pumpe beim letzten Mal nicht sachgemäß versiegelt wurde. Wasser war eingedrungen und hat die Stromleitung lahmgelegt. Die Pumpe fördert nun und fast 800 Kinder haben wieder frisches Trinkwasser. Am fünften Tag sind beide Klassenzimmer soweit fertig, dass mit dem Anstrich begonnen werden kann. Am Ende des Aufenthaltes sind die beiden Klassenzimmer voll ausgestattet. Der Unterricht kann beginnen.

Kiparang'anda A-Grundschule

Bereits in Deutschland war Kontakt nach Iphofen mit der Firma Knauf Kontakt aufgenommen worden, weil vor etwa sechs Wochen in Tansania, nur 17 Kilometer vom Kindergarten entfernt, ein neues Werk in Betrieb genommen worden ist. Ein Termin für ein Treffen wurde noch vor dem Abflug der Helfer vereinbart, der dann wie geplant stattfinden konnte. Knauf spendet im Oktober Rigipsplatten, Gypsum-powder und Schrauben für zehn Klassenzimmer in der Grundschule Kiparang'anda A, die dann mit Zimmerdecken versehen werden sollen. Schon vor zwei Jahren - vor Corona - hatte der Verein die Dächer erneuert. Dann endlich sollen auch die vier behindertengerechten Toiletten gebaut werden, die schon lange geplant sind.

Kindergarten Bigwa

Bigwa war zwei Jahre das Sorgenkind, da die Gemeinde es nicht auf die Reihe gebracht hat den Ablauf zu organisieren. Zum Überfluss gab es ständig Querelen zwischen der Pfarrei, der das Grundstück gehört und den muslimischen Bewohnern der Gegend, die befürchteten, dass ihre Kinder dort umerzogen werden sollen. Vor eineinhalb Jahren kehrte endlich eine Schwester vom Orden der kleinen Schwestern in die Pfarrei zurück, die sich neben den anderen Kindergärten auch um den von Bigwa kümmern wollte. Der Verein überweist ihr vierteljährlich den Lohn für die Kindergärtnerin. Mit gemischten Gefühlen fahren Reinhard Beichel und Uwe Tobaben dorthin und werden mehr als positiv überrascht. Alles ist blitzsauber, die Einfahrt ist mit Blumenrabatten geschmückt und die Felder sind mit Cassawa, Mais und Ananas bepflanzt. Die größte Überraschung ist allerdings ein 80 Meter tiefer Brunnen, der in Eigeninitiative gebohrt worden ist.

Eine Köchin, die von den Eltern bezahlt wird, kocht den täglichen "uji" (Maisbrei). Ein paar Kleinigkeiten wie der fehlende Wasserhahn am Tank, ein Riss in dessen Ummauerung und ein Wellblech müssen in Ordnung gebracht werden. Außerdem vertragen die Schaukel und das Klettergerüst einen Anstrich. Spontan übergeben die Helfer 100 000 TSH (ca. 37 Euro), um das in Ordnung zu bringen. Es wird die Vereinbarung getroffen, dass die Lehrerin fortan die Krankenversicherung (ca. 55 Euro pro Jahr) und die Einzahlung in die Rentenkasse (10 Prozent vom Lohn) bekommt.

Kindergarten Mbinga Mharule

Im letzten Jahr wurde dem Verein ein Antrag vorgelegt, beim Ausbau eines Kindergartens zu unterstützen. Weit über 100 Kinder haben Bedarf, aber es ist nur ein Raum für 40 Kinder vorhanden. Der Ort Mbinga Mharule befindet sich im Westen des Landes, nahe dem Malawisees. Dort in der Nähe wurde schon vor ein paar Jahren in Igoma eine Schule saniert. So findet ein Treffen mit zwei Mitgliedern des Komitees statt, die nach Kiparang'anda angereist sind. Alles Notwendige wird besprochen und ein Schreiben ausgehändigt, das vom Bürgermeister, dem Gemeinderat und dem Büro für Schulwesen unterschrieben werden soll. Darin ist die Eigenleistung festgelegt. Der unterzeichnete Vertrag muss vorab als Bild geschickt und das Original im Oktober ausgehändigt werden, wenn mit dem Bau von einem Klassenzimmer nebst Lehrerzimmer begonnen werden soll. Dazu wird dort persönlich hingefahren, um das benötigte Baumaterial zu beschaffen. Sofort werden 350 Euro ausgehändigt. Von dem Geld soll Zement gekauft werden, mit dem die Gemeinde sofort 1500 Backsteine produziert.

Eine Begehung mit der leitenden Kindergärtnerin zeigt im Kindergarten Kiparang'anda bekannte, aber auch neue Mängel auf. Vorrangig ist ein neues Dach auf dem Generatorhaus, da der Dachstuhl komplett von Termiten zerfressen ist, und einzustürzen droht. Dann müssen an den Klassenzimmern bei den oberen Lüftungsschlitzen kleine Vordächer angebracht werden, da bei Starkeregen Wasser eingedrungen ist, die Deckenplatten müssen ersetzt werden. Die Decken und Wände in den Klassenzimmern werden neu gestrichen. Dachrinnen hängen davon oder tropfen an den Übergängen, Türschlösser sind kaputt und eine Mischbatterie ist so stark korrodiert, dass sie nicht mehr funktioniert, um nur ein paar der vielen Kleinigkeiten zu nennen. Da es ständig Probleme mit der Solaranlage gibt, werden die Zimmerlampen der Lehrerinnen an das staatliche Stromnetz angeschlossen. Der Brennholzvorrat muss aufgestockt und die Cashew-Bäume ausgeschnitten werden.

Sieben Palmen tragen nach nunmehr vier Jahren das erste Mal Früchte. Noch drei weitere, dann kann von allen der 21 Palmen regelmäßig geerntet werden. Eine Palme trägt pro Jahr bis zu 100 Kokosnüsse. Mit dem Erlös soll dann in der Zukunft der ganze Bedarf an Zucker und Mehl gedeckt werden. Die Vorräte an Zucker, Mais und Reinigungsmittel werden aufgestockt, dass sie für drei Monate reichen sollten.

Mitgebrachte Kinderkleidung für die Mädchen und Buben zaubert ein zufriedenes Lächeln auf ihre Gesichter. Letztendlich muss dann noch das gesamte Vordach im Gästehaus erneuert werden. Der Winkel wird steiler gesetzt, damit das Regenwasser schneller ablaufen kann und Staunässe verhindert wird, die immer wieder für das zu schnelle Verfaulen der Palmwedel geführt hat.

Am Ende des Aufenthaltes blicken die Helfer stolz auf das, was in nur 16 Tagen erreicht wurde. red

Informationen

Kleiderannahme: Der nächste Termin für die monatliche Kleiderannahme in Hammelburg, Ofenthaler Weg, Krankenhauseinfahrt, links bei den Garagen ist am Samstag, 14. August von 10 bis 12 Uhr. Gesammelt werden neben Altkleidern und -schuhen auch Verbandskästen, Kinderrucksäcke, Federmäppchen, Buntstifte und Spiele. Kinderkleidung für vier- bis Sechsjährige bitte kennzeichnen.

Der Verein bittet, in die jederzeit zugänglichen Kleidercontainer am Krankenhaus ausschließlich gut erhaltene Kleidung und Schuhe einzuwerfen.

Auf keinen Fall darin Stoffreste, zerrissene und schmutzige Kleidung, Daunendecken, Kopfkissen, Teppiche, Hausmüll oder Elektrogeräte entsorgen.

Helfer gesucht Der Verein sucht dringend neue Mitglieder, oder auch temporäre Helfer, die bei den jährlichen Aktivitäten wie den Märkten, Kleiderannahmen und -verladungen tatkräftig unterstützen. Wer Interesse daran hat, den Verein finanziell oder auch tatkräftig zu unterstützen, der findet weitere Informationen unter www.afrika-hilfe-franken.de.

Spendenkonto Afrika Hilfe Franken e.V.

FLESSABANK

Code-BIC: FLESDEMM

IBAN: DE41 7933 0111 0000 3100 58