Der Wechsel zahlreicher junger Akteure aus dem Jugendorchester in das Sinfonische Blasorchester bedingte im Herbst einen vorübergehenden, musikalischen Qualitätsabschwung bei der Stadtkapelle. Nach Aussage von Dirigentin Christine Huppmann ist dieser jedoch inzwischen abgefangen.
Die Jahreshauptversammlung der Stadtkapelle im Musikerheim spiegelte vor allem Neustrukturierung und Umorientierung im vergangenen Jahr wider. Mit den abgelegten Leistungsabzeichen der ehemaligen Mitglieder des Jugendorchesters, verband sich deren Eingliederung in das Sinfonische Orchester - eigentlich der Traum jedes Nachwuchsmusiker, die jedoch den "Großen" noch nicht ganz "das Wasser reichen können". Und weil "gut Ding ein Weilchen braucht", ist etwas Geduld angesagt.

Stete Weiterbildung

Im puncto Leistungsabzeichen eiferten die Jungmusiker offensichtlich ihrer Dirigentin Andrea Wagenpfahl nach, die mit gutem Beispiel voranging und selbst die D3-Prüfung (Gold) ablegte. Auch Schlagzeuger Rafael Weis errang diese Leistungsstufe. Andrea Wagenpfahl bereitet sich derzeit auf die Dirigentenprüfung vor.
Junge aber auch erfahrene Musiker sind manchmal schwer für die traditionelle Blasmusik zu erreichen. Ein aktuell laufender Workshop mit Christian Reder soll das Thema "schmackhaft" machen und die Notwendigkeit traditioneller Klänge unterstreichen.
Die Gründung einer Erwachsenenbläserklasse im Herbst stieß zunächst auf geringes Interesse. Dennoch fand sich "eine kleine aber feine Gruppe" von neun Musikern für das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt zusammen.

Bläserklasse für Erwachsene

"Ich habe von den Erwachsenenbläserklassen in Pfaffenhausen und Obereschenbach gehört und mir gesagt, wenn die Stadtkapelle das auch praktiziert, mache ich mit", sagt Kerstin Springer, ein Mitglied der Klasse. "Ich wollte schon lange Saxophon lernen", verrät die Mutter von drei Kindern, die sich ein Instrument aus dem Verein lieh. "Es gefällt mir so gut, dass ich nach zwei Jahren weitermachen möchte" fügt sie hinzu. Zu diesem Wunsch will Dirigentin Huppmann noch eine Lösung finden.
Nach dem Übertritt des ehemaligen Jugendorchesters in die sinfonische Blasmusik, gründete sich 2013 ein neues Jugendorchester, das jedoch bis dato - wie das Mini-Orchester - nur wenige Möglichkeiten für Auftritte hatte. Für das neue Ensemble investierte die Stadtkapelle rund 18 000 Euro in neue Instrumente, informierte Jugenddirigent Jürgen Kunkel.

Tag der Jugend

Den musikalischen und gesellschaftlichen Jahresablauf stellte Vorstandssprecher Christoph Emmerth dar. Demnach etabliert sich das Glühweinfest immer besser. Das Gartenfest mit dem "Tag der Jugend" war ein Erfolg, und das Frühjahrs-, Herbst- und das Weihnachtskonzert erfreuten sich guten Besuchs.

Aktiver Nachwuchs

Dazu kommen zahlreiche, weitere Termine wie zum Beispiel die Teilnahme an der Zunftbaum-Aufstellung, dem Floriani-Tag oder zu kirchlichen Anlässen. Der Dank Emmerths galt allen Aktiven und Helfern sowie der Stadt Hammelburg für deren Unterstützung.
Den Bericht der Vereinsjugend stattete Laura Emmert ab. Die Neuwahlen des Jugendvorstands, das gelungene Gartenfest und die Waldweihnacht waren darin Höhepunkte. Einen "Investitionsüberschuss" - besonders durch den Kauf der neuen Instrumente - verbuchte Kassier Frank Gerlach. Sein Kassenbericht, geprüft von Klaus Bauer und Andreas Becker, führte zur einstimmigen Entlastung.

Entlastung für den Verein

Mit Karl Valentins Worten "Musik ist schön, macht aber viel Arbeit" dankte Bürgermeister Ernst Stross für das "großartige Engagement". "Es klingt und singt in Hammelburg an allen Ecken der Stadt", freute sich Stross, der die Eltern von Jungmusikern um Unterstützung bat. Entlastungen, die schon festgelegt sind, stellte er der Stadtkapelle beim Neubau der Saalebrücke in Aussicht.
Auch über den Unterhalt des Vereinsheims und die künftige Energieversorgung sollen Gespräche geführt werden, betonte der Bürgermeister.