"Hört ihr Frauen, es is soweit! Die Hohe Strass löd zum Vierteltrinken heut. Ofang mit dam Zauber wölle mer um siebe, für euer Männer häßt's heut dehämgebliebe. Also raffelt Euch auf und richt Euch schüa zamm, dass mer heut Abends recht viel Spaß mitnanner hamm." Das verkündete Manuela Schoch als Polizeidiener beim Ausschellen den Frauen lautstark.
Trotz des schlechten Wetters hatte sie ein großes Gefolge, das sich auch durch die Schirme nicht vom Tanzen und Schunkeln abhalten ließ. Andrea Ostheimer und Susanne Müller, als 1. und 2. Bürgermeister mit Polizeidiener Manuela Schoch, begrüßten die anderen Viertel Obertor, Schlange und Bug und gaben einen kurzen Rückblick auf ihre achtjährige Amtszeit. Als die drei goldenen "Hs" gingen Holger, Harry und Hans als Nonnen verkleidet dabei der Bardame Erhard zur Hand.


Probleme mit dem Dialekt

Die "Hohe Stroß ist so groß und in andere Viertel bringe se ihrn Hut net los", philsophierten die Damen. Auch die Globalisierung hat vor den Titeln keinen Halt gemacht. Ob jugoslawisch, ostdeutsch oder städtisch hatte schon alles einen Hut, und aktuell sind es nur drei waschechte Sulzlerinnen, die ein Amt innehaben.
Den Auftakt machte dann das Obertor mit den Neuen Sonja Deinert, Liane Glaser und Verena Schindler. Sonja erklärte gleich zu Beginn ihrer Rede, dass sie sich ihre Zunge verrenkte beim Probieren des Dialektes, und so nur einzelne Worte zu hören sind. Sie hat - als Aussiedlerin - kurzerhand einen Hof im Dorf gepachtet, um die Gratulanten zu empfangen.
Nach einer kurzen Pause mit flotten Tänzen hatte das Obertor seinen Auftritt. Thema: im Gasthaus Schmitt. Albrecht (Marga Tremer) begrüßte persönlich die Honoratioren und mit seiner Frau Elsbeth (Martina Eyrich) sinnierte er über Erlebnisse im Schnappental, wozu Jürgen Drews (Liane Glaser) ein Bett im Kornfeld sang. Als dann ein Hase (Minka Macek) das Idyll unterbrach, unterstrichen Penny McLean (Sonja Deinert, Nathalie Schoch und Martina Heinlein) mit Lady Bump Albrechts Jagdleidenschaft. Die zehn kleine Jägermeister wurden von Ingeborg Schoch und Elisabeth Ollmann besungen. Doch der Abschluss war Helene Fischer (Ines Neder), die in der böhmschen Suite residierte.
Alleinunterhalter Manni heizte den Damen mit flotten Rhythmen bis zur Rede von Alexandra Sachs, Petra Heuler und Martina Keller vom Schlangenviertel kräftig ein. Die Drei sind sogar extra nach Bamberg zum Redeschreiben gefahren, doch nach dem Genuss eines Schlenkerla blieb das Blatt weiß. Beim Einladen der Frauen sind sie dann auch bei der "Buachbürgermeisterin" gelandet, der sie Asyl gewähren, da haben sie allerdings kein Geld bekommen.
In der RuckZuck-Show traten der Gemeinderat alias Melanie Gopp, Julia Erlwein, Gabi Dehmer und Astrid Tremer gegen die Viertel-Bürgermeister alias Petra Heuler, Martina Keller, Mona Thein und Christina Eichmann an. Vom Freiluftcafe (Linde) über Ami auf der Schnecke (Donel) bis zum Club der einsamen Herzen (Anstalt) gab es lustige Umschreibungen der Begriffe. Auch hier hatte Helene Fischer (Astrid Tremer) einen Auftritt, und Johannes Büttner (Gabi Dehmer) sang als Modell "a Lied für die".
Dann berichtete Bianca Mende als 1. Bürgermeisterin vom Bug (Buach) von ihrer Aussiedelung, und das Entsetzen von Sabine Friederich (2. Bürgermeister) und Daniela Schmitt (Polizeidiener) darüber. "Doch Aussiedler körn auch dazu - wohne se a annerschtwu." Auch hier wurde für einen Wandel im Zuge des mangelnden Nachwuchses geworben. "Deshalb mein ich Toleranz ist wichtig und gut, und ich zieh vor jeder Frau meinen Hut, die frei ist im Geist und offen für das Neue, halten wir doch auch der Tradition die Treue." Dann zog die "Buach-Büchsen-Armee" in die Sulzler Puppenkiste ein. Hier merkte man nichts von Nachwuchssorgen, denn mit Karin Büttner, Meta Endres, Sabine Friederich, Maria Hesselbach, Christa Keller, Bianca Mende, Eva Mirbach, Irmina Schießer, Daniela Schmitt, Sandra Tremer und Antonia Volkmuth war es eine große Armee. Sie brachten den Blechbüchsentanz perfekt auf die Bühne.
Danach hatte die Hohe Straß ihren Auftritt. Ein Bauernhof-Idyll mit Knecht Gustl (Ellen Bischof), den Mägden Tina Schmitt und Sonja Weingart, sowie als Helfer Leni Hesselbach-Wüscher und Claudia Müller. Die hochnäsige Bäuerin Barbara Halbig durfte nicht fehlen. Diese brachte ihren Angestellten erst mal den Takt bei. So war es toll anzuhören, wie man mit Besen, Waschbrett, Sense und anderen Dingen Musik machen kann. Schließlich kamen noch fetzige Sambatänzerinnen (Antje Fischer, Renate Marquardt, Birgit Weingart) mit Tänzern (Ruth Geißler, Andrea Ostheimer) dazu.


Der Hut wird weitergegeben

Jetzt war es soweit, die Neuwahlen standen an. Polizeidiener Manuela machte den Anfang und setzte gekonnt Antje Fischer ihren schön geschmückten Hut auf. Danach war Susanne Müller in den Reihen unterwegs. Sonja Weingart brauchte erst einen kurzen Moment, bis sie begriff, dass sie nun 2. Bürgermeisterin ist. Die Spannung stieg, als Andrea ihren blumendekorierten Hut über den Köpfen der Frauen schweben ließ. Ruth Geißler war überrascht darüber, dass sie nun als erste die Hohe Straß für die nächsten 8 Jahre vertreten darf. Nun wurde noch lustig bis in den Morgen gefeiert, um nach kurzem Schlaf beim Aufspielen der "Neuen" dabei zu sein. Der Ausklang in der Mehrzweckhalle mit Stemmen der Männer, war ein gekonnter Übergang für den Abend. Denn Hans legte "Platten" auf, und das ließ die Stimmung steigen. Petra Halbig