Dem Wald in der Marktgemeinde geht es vergleichsweise gut. Zwar sind Umstrukturierungen bezüglich der Baumarten angeraten, doch ist es nicht zu spät, auf Klimawandel und Trockenheit zu reagieren, zwei Aspekte, die aktuell in der gesamten Forstwirtschaft markant zutage treten. Mit dem Borkenkäfer gibt es kaum Probleme in Elfershausen, das nur einen geringen Fichtenbestand vorweist.

Ein alter Wald

In einer außerordentlichen Sitzung informierte Diplom-Forstwirt Leo Egg gemeinsam mit Revierleiter Rainer Bräunig und Bernhard Zürner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bürgermeister Johannes Krumm, den Gemeinderat und die Verwaltung über das Ergebnis der vor 20 Jahren begründeten Forsteinrichtung im Markt.

Bei etwa gleicher Forstbetriebsfläche wie vor zwei Jahrzehnten von etwa 1360 Hektar fällt der rückläufige Nadelholzanteil auf, der nur noch 21 Prozent beträgt. Diesem gegenüber steht der steigende Buchenanteil, der etwa um die Größenordnung des verringerten Nadelholzanteils gestiegen ist. Allerdings verzeichnet der Elfershausener Wald bei den Buchen mehr Einbußen als erwartet. Dies bedingen die häufig flachgründigen Böden, vor allem aber auch die jüngsten drei Trockenjahre, so Bräunig.

Insgesamt ist der Forst des Marktes ein "alter Wald". Rund 70 Prozent der Bestände sind über 80 Jahre alt. Bei den Eichen sind es sogar 88 Prozent. In den jüngeren Eichenbeständen zeigen sich deutlich zurückgehende Anteile, denn es fehlt Wasser. Auch daraus entwickelt sich die von Forstleuten geheißene "Vorausverjüngungssituation", eine Präventionsmaßnahme, die anpassungsfähigere Jungpflanzen, vor allem aber breiter aufgestellte Mischbaumarten vorsieht, etwa den Spitz-Ahorn oder Speierling. Daraus ergibt sich eine bessere Risikostreuung.

Der Holzvorrat im Markt ist seit Gründung der Forstbetriebseinrichtung um 30 000 Festmeter (fm) und damit um ca. 50 fm pro Hektar gestiegen. Der aktuelle Holzzuwachs beläuft sich auf 8750 fm. Der Hiebsatz liegt mit 5,7 fm/ha deutlich unter dem Zuwachs von 7,0 fm/ha. Damit ist die Nachhaltigkeit gewährleistet. Im Rahmen der Erfolgskontrolle gelang den verantwortlichen Forstleuten eine "Punktlandung" in den vergangenen 20 Jahren: Das Einschlag-Ist entspricht dem Einschlag-Soll. Das betriebliche Fazit darf als positiv gelten. Der Wald befindet sich im guten Pflegezustand, nur drei Prozent sind pflegedringlich. Zudem verfügt der Forst über eine gute Feinerschließung, einschließlich Rückegassen, die keine markanten Schäden hinterließen.

Verbesserungswürdig ist lediglich der Wegezustand. Hier wären nach Dafürhalten Bräunigs ein Bankett-Mulcher und ein Wegehobel eine sinnvolle Anschaffung für die Oberflächenbearbeitung, denn bei heftigen Regenfällen werden aus Waldwegen zuweilen auch Bäche, wenn die Auffanggräben zugewachsen sind.

Die Handhabung der Aufzuchtflächen - wie beispielsweise am hinteren Deisselbach - obliegt dem Markt. Klar ist, dass Jungpflanzen vom Wild begehrt sind. Um die zarten Pflänzchen "in die Höhe zu kriegen" nützt oft nur ein Schutz-Zaun oder gar Einzelschutz, wie sich erwiesen hat. Zäunungen kosten jedoch auch einen Batzen Geld.

Die beim Pressegespräch anwesende Vize-Bürgermeiste-rin, Christine Neeb-Wittmann, die Bürgermeister Johannes Krumm vertrat, zeigte sich von den Ausführungen überzeugt. "Ein breit gefächerter Mischwald mit verschiedenen Baumarten und eine adäquate Verjüngung kann unserem Wald nur guttun", glaubt sie.