"Ja, ich würde sagen, wir sind gut bekannt miteinander", erklärt Dieter Fröhlich dieses gewisse Band, das da zwei Menschen miteinander haben. Auf der einen Seite der Straßenwärter, der ein Mensch ist wie du und ich und auf der anderen Seite der Star, von seinen Fans und Freunden liebevoll "El Panico" genannt. Gemeint ist Udo Lindenberg, Musiker und Künstler und von Beruf Udo Lindenberg!

Dieter Fröhlich war gerade 18 Jahre alt, als Udo Lindenberg, der am 17. Mai dieses Jahres seinen 75. Geburtstag feiern wird, ein Konzert in der Kürnachtal-Halle in Würzburg/Lengfeld gab. Fröhlich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen eigenen Führerschein und wurde von einem Freund zu der Veranstaltung mitgenommen. Er schwärmt heute noch von dieser allerersten Begegnung mit dem Musiker Udo Lindenberg. Dieter Fröhlich war damals noch nicht unbedingt ein Fan, er wollte ihn einfach mal live erleben. Aber diese erste Begegnung wirkte und das immer noch - seit über 40 Jahren schon.

Der Fuchsstädter war sofort von dem Menschen Udo Lindenberg begeistert. Was er an Udo so toll findet? "Also erstens mal die Lieder, das ist ganz klar. Dann die Art, wie er mit den Leuten umgeht, Udo ist halt auf dem Boden geblieben", erklärt der Fan. Laut Fröhlich sind seine Texte immer aktuell, und er verarbeitet alle möglichen Themen in seinen Songs. Ob es etwas Politisches ist, oder einfach Themen aus dem Leben, er bringt es klar und voller Gefühl und Leidenschaft zum Ausdruck.

Nach dem ersten Konzert folgten schnell viele weitere, auch seine Frau Ulrike (57, Fleischereifachverkäuferin) war früh mit dabei und ist seitdem ebenfalls ein großer Fan von Udo Lindenberg. "Damals spielte Udo viel im fränkischen Raum. Er hat in zwei Tagen die Halle vollgemacht und sagte sogar mal, dass er Unterfranken zur Panikrepublik erklärt", freut sich Dieter Fröhlich. Nach zwei, drei Jahren wurden diese Hallen dann zu klein und der Rockstar ging über in größere Hallen. "Erst ging es nach Frankfurt, dann ist man nachgefahren, die schönsten Hallen sind aber Köln und Leipzig. Über viele Jahre besuchten wir die Konzerte. Ob München, Berlin, Erfurt. Es müssen weit über 25 gewesen sein in all den Jahren."

Mit einem Panamahut fing alles an

Im Lauf der Jahre begann dann die Familie, etliche Fanartikel zu sammeln. Begonnen hat alles mit einem von Udo Lindenberg getragenen "Panamahut". Fröhlich stellte den Kontakt zu Tine Acke her, die seit Jahren Udo Lindenbergs Lebensgefährtin ist und sich um die komplette Fanpost kümmert. Sie organisierte, dass Udo den Hut signierte, und so kam Dieter Fröhlich in den Besitz des ersten Fanartikels.

Heute kann das Ehepaar Fröhlich voller Stolz ein wahres Sammelsurium vorweisen. Es gibt etliche Autogrammkarten, persönliche Briefe und Grußkarten. Besonders stolz ist Fröhlich auf eine von ihm ersteigerte Gitarre mit Unterschriften von sehr vielen Künstlern, und ein Gemälde von dem Maler Udo Lindenberg. Das Gemälde wurde ausgestellt in der Galerie Muschik in Aschaffenburg. Dieter und seine Frau Ulrike waren zufällig dort und sahen einen Porsche vor der Galerie. Der gehörte dem bekannten Galeristen Walentowski, der sehr eng mit dem Musiker und Künstler Udo Lindenberg zusammenarbeitet. Die Fröhlichs erwarben kurzerhand ein Gemälde, und es wurde Udo zur Signatur überreicht. Die Familie erhielt dieses kurz danach unterzeichnet und mit einem Gruß zurück. Als die damals 13-jährige Tochter das Bild zum ersten Mal sah, malte die begabte Zeichnerin das Kunststück nach, und die Familie schickte es an Udo Lindenberg. Er bedankte sich und schrieb wieder einen Gruß unter das selbstgemalte Bild von Selina, bevor er es zurückgab.

Über den Kontakt zu Tine Acke entstand nach und nach ein engerer Kontakt zu dem berühmten Künstler. Da die gesamten Fotorechte bei Tine Acke liegen, dürfen keine persönlichen Fotos von Udo Lindenberg gemacht werden. Einmal gab es eine Ausnahme, und Dieter durfte den Star und seine Freundin nach einem Konzert fotografieren. Auch dieses Foto erhielt ein Autogramm und einen witzigen Spruch des Künstlers.

Eine besondere Begegnung erlebte die Familie einen Tag vor Dieter Fröhlichs 50. Geburtstag. Sie hatte sich in dem Hotel ein Doppelzimmer gemietet, in dem Udo seit Jahren selbst wohnt. "Wir haben uns das einfach mal gegönnt, und es war ein Erlebnis." Tine habe es organisieren können, dass die beiden für 15 Minuten mit Udo sprechen konnten, ein kurzes Treffen vor dem Konzert. Der Anlass dieses Konzerts in Hamburg war der 65. Geburtstag des Stars. Etwa 60 Personen waren bei dem Unplugged-Konzert in Hamburg, der komplette Erlös floss in die Udo-Lindenberg-Stiftung. Die wurde vor etlichen Jahren von Udo gegründet und fördert junge Musiker.

"Udo nimmt sich immer Zeit für seine Fans, er begrüßt jeden persönlich mit Handschlag. Bei dem Konzert wurde damals sogar die private Hausbar von Udo Lindenberg auf der Bühne aufgebaut", erzählt Dieter Fröhlich. Während des Konzerts fiel dem Fan auf, dass Udo seinen Zigarrenstummel in den Aschenbecher legte. "Ich war scharf auf den Zigarrenstummel, also hab ich gleich nach dem Konzert gewartet, bis das Licht an war. Der Aschenbecher stand nicht weit weg, bis ich dort war, war der Stummel verschwunden. Den hat sich ein anderer gekrallt", sagt Fröhlich und lacht.

Heuer bestreitet Udo Lindenberg sein 50. Bühnenjubiläum. Allerdings sind die Veranstaltungen durch Corona abgesagt, und Fröhlich ist sich nicht sicher, ob Udo nochmals große Tourneen macht. Allerdings bringt Udo gerade wieder ein neues Album heraus, auf dem er sich unter anderem mit der derzeitigen Lebenssituation von uns allen auseinandersetzt. Die neueste Aktion, die Udo sich einfallen ließ, sind selbstdesignte Alltagsmasken, und auch diese hat Fröhlich erworben. Ein Teil der Einkünfte daraus geht an die Coronahilfe. Alle Sammlerstücke, die man erwerben kann, fließen in die Udo-Lindenberg-Stiftung. Fröhlich sagt: "Ich habe diese Maske mitsamt Stift und ein Rückkuvert an ihn geschickt und - wie immer kam sie unterzeichnet und mit dem Stift wieder zurück." Solche persönlichen Signaturen sind mittlerweile selten für Fans. Bei Dieter Fröhlich macht der Musiker immer noch eine Ausnahme.

Fröhlich hat jetzt für Udo eine individuelle Geburtstagskarte entwerfen lassen. Die wird er mit einer besonderen Ausgabe der Zeitschrift "Oxmox" an Udo schicken, mit der Bitte um Signatur. Der Fan weiß, dass auch das alles wieder an ihn zurückkommt. Die "Oxmox" ist das Stadtmagazin von Hamburg, das die Familie vor Jahren abonniert hat, um immer zu wissen, was in Hamburg los ist. Familie Fröhlich aus Fuchsstadt ist mehrmals im Jahr in Hamburg. Sobald es die aktuelle Situation wieder zu lässt, fahren sie hin und werden mit Sicherheit ihrem Udo Lindenberg über den Weg laufen. Vielleicht nachts auf der Reeperbahn oder irgendwo in der City, in der Udo sich unerkannt durch die Straßen und Gassen aufmacht, um sich vielleicht mit den Fröhlichs auf einen Plausch zu treffen.