Nach rund 60 Jahren ziehen die beiden Flurdenkmale von ihrem aktuellen Standort am Grundstück des ehemaligen VG-Gebäudes in Euerdorf erneut um. Zuvor sollen sie jedoch restauriert werden. Die für Franken typischen Flurdenkmale erhalten danach einen passenden Platz. Dies gelte insbesondere für den geschichtsträchtigen Ort Euerdorf, so Bürgermeister Peter Bergel. In der jüngsten Sitzung konnten sich die Gemeinderäte zwischen zwei Standorten - dem ehemaligen Standort wie vor 60 Jahren oder Museumsgarten - entscheiden. Das Gremium sprach sich für die alten Standorte aus.

Da der Bandbreitenbedarf jährlich um bis zu 40 Prozent wachse, sei das einzig wahre Übertragungsmedium die Glasfaser. Für den Bereich Breet stellte Hartmut Vierle vom Landratsamt, Bereich Breitband und Mobilfunk, die volle Förderfähigkeit in Aussicht. Nach der Bayerischen Gigabit-Richtlinie seien dies 90 Prozent der tatsächlichen Kosten, auf den Bürger kämen keine Kosten zu. Die neue Förderrichtlinie gelte ab 2023, allerdings rede man beim Zeitrahmen nicht von Monaten, sondern eher von Jahren. Die Markterkundung wurde durchgeführt, jetzt sprach sich der Markt Euerdorf für die Teilnahme am Programm aus.

"Ich brauche die Hybrid-Sitzung nicht, höchstens einmal im absoluten Notfall", sprach sich Bürgermeister Bergel im Prinzip gegen die Einführung der digitalen Sitzung aus. Die Vorstellung bei Bier und Chips an einer Gemeinderatsitzung teilzunehmen, während der Bürgermeister und vielleicht einige Zuhörer im Sitzungssaal anwesend seien, sprach ihn nicht an. Käme der Punkt auf die Tagesordnung, wäre bei der Abstimmung eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig, sprach er auch Sicherheitsbedenken an.

Auch Michael Fell bezog sich auf die Sitzungskultur und freut sich schon auf die kommenden Präsenzsitzungen im neuen Rathaus. Ralf Ziegler dagegen sprach sich für die Schaffung der Rahmenbedingungen der Hybrid-Sitzung aus. Die Diskussion um Sicherheit und Abhören hätte es schon immer gegeben. Bergel will sich über konforme Lösungsvorschläge kümmern und Preisangebote für Soft- und Hardware einholen.

Nicht alle Bauanträge befürwortet

Positiv beschied das Gremium den Neubau eines Wohnhauses mit Zisterne in der Ringstraße. Hier stimmte der Nachbar der Übernahme einer Abstandsfläche zu. Ebenfalls gebaut werden darf die Lager-/Unterstellhalle in Wirmsthal "Borngraben". Zumal die Unterschrift eines Nachbarn fehlte, lehnte der Rat bei zwei Ja-Stimmen den Bau einer Lagerhalle zur privaten Nutzung - ebenfalls im Borngraben - ab. Die geplante Halle erschien den Räten zu wuchtig und zu hoch.

Bis zur nächsten Sitzung erhofft sich Bergel mehr Informationen zur geplanten Sanierung der Schulturnhalle. Aktuell warte man auf ein Kostenangebot für Heizung/Lüftung/Sanitär. Eine Zwischensanierung des Hallendaches solle aus Kostengründen vermieden werden. Mit 20 Prozent (340 Euro) beteiligt sich der Markt Euerdorf an der Anschaffung eines gebrauchten Hangmähers durch den SV Wirmsthal.

In der Ringstraße monierte der Spielplatzprüfer den Zustand des Spielgerätes. Die Ersatzbeschaffung beläuft sich auf 9400 Euro. Teilweise herrsche noch immer Verkehrschaos in der Sonnenleite in Wirmsthal, hervorgerufen durch die Doppelvergabe des Straßennamens im gleichen Postleitzahlenbereich. Erst jüngst hätte wieder ein Traktor einem Lkw aus der misslichen Lage geholfen. "Wir müssen da was machen", sprach sich Elmar Hofmann für einen Antrag an die Aufsichtsbehörde aus. In Wirmsthal sei der Straßennamen schließlich viel früher dagewesen als in Sulzthal.

Vor dem nichtöffentlichen Teil gab der Bürgermeister einige Informationen bekannt: Das Helfer-vor-Ort-Fahrzeug sei seit Anfang Juni im Einsatz. Am Euerdorfer Kreisel gebe es ab 21. Juni Erneuerungsarbeiten. Damit verbunden seien einseitige Sperrungen oder Umleitungen. Im Herbst soll unweit der Firma Zink ein Storchennest und am Sportplatz ein Basketballkorb aufgestellt werden. Für die Bundestagswahl würden noch Helfer gesucht, Freiwillige möchten sich bitte melden.