In erstaunlich stilistischer Vielfalt präsentierten sich die in vier Bands formierten Teilnehmer unter Leitung von Jochen Sponsel und Peter Wölpl. Es gab Rock, Funk, Latinomusik, deutsche Chansons - und das alles aus der eigenen Feder. Die Dozenten dürfen es sich auf ihr Konto buchen: "Das ist das Holz aus dem man Pfeile schnitzt".
Nicht selten fliegen diese Pfeile aus Dinkelsbühl über die Rockschmiede Mannheim ins Ziel. So ergatterte Pia Allgaier, ehemalige Dozentin in Mittelfranken, den Part im Walt Disney-Weihnachtsfilm "Schneekönigin", die Band "Stereotide" landete mit "Someday" in den Airplay-Charts und Karin Rabhansel gab mit "Singa" ihre erste Soloproduktion heraus.

"Die Arbeitsphase wird von Jahr zu Jahr intensiver - sowohl in der Zusammenarbeit mit den Bandmitgliedern wie im Unterricht", bestätigt Judith Drobny, die zum dritten Male am Schlossberg weilt. "Routine kommt nicht auf, ich erlebe jedes Jahr etwas Neues", sagt die 20-Jährige, die selbst deutsche Popsongs im Stil von "Wir sind Helden" oder Phillip Poisell schreibt und singt.

Und das kann die Chorleiterin eines Gesangvereins hervorragend wie ihre Präsentation zeigt. Mit "Adieu und die außerordentlichen Gentlemen" legt sie Lieder mit deutschen Texten wie "Lass mich allein" oder "Marie" zu einer unbekümmert-frischen Performance auf. Spätestens mit "Pony" weiß der Zuhörer, die junge Frau, die ohne Schuhe in schwarzer Strumpfhose auftritt, hat das Zeug zu ihrem Vorhaben, denn "ich will mit meiner Musik auch Geld verdienen", betont sie.

Ein schönes Zuhause

"Sich eine ganze Woche intensiv mit Band, Übungen und Instrumenten zu beschäftigen", gefällt auch "Bebo", der mit bürgerlichen Namen Manuel Hermann heißt. Der 22-jährige Landsberger Schlagzeuger spielt in der Münchner Gruppe "Orange Fizz" und weilt zum ersten Mal an der Musikakademie.

"Hier kann ich in familiärer Atmosphäre Sachen ausprobieren ohne publikumswirksam sein zu müssen", freut er sich mit einem Lob für den freundschaftlichen Umgang mit den Dozenten. Das trifft natürlich auf offene Ohren bei Peter Wölpl, der in seiner Begrüßung behauptete: "Hier an der Musikakademie ist für mich seit 16 Jahren ein schönes Zuhause".

Neue Outfits

Die Band in der Bebo drummt, nennt sich Al Babe o‘ Reno und zeigt ihre musikalische Bandbreite von Songs wie "Cold Ground" mit leicht morbidem Hintergrund, die früher einmal "Turn, turn turn" oder "White Rabbit" hießen, bis hin zu lateinamerikanischen Klängen, zu denen die anderen Bands mittanzten.

Auch am Outfit haben die Bands gearbeitet. Die auffallendste Variante präsentierte "Brian ante portas", ein sowohl funkiger wie softiger Front-Gentleman, dessen Musiker in so genannten "morphsuits" auftraten, Ganzkörperkondome aus Kunstfaser. Bei den "Relaxers" überzeugte der Lead-Gitarristen, dem irgendwann die Filmmusik von Isaac Hayes" "Shaft" wohl besonders gut gefiel. Der Sound der Band war etwas für Extremtänzer. Die Percussion-Gruppe "Windfall" und die Dozenten-Band, die diesmal Michael MacDonald coverte, ergänzten den absolut hörenswerten Event.