Hier machte er deutlich, dass "ein Verein davon lebt, dass es Menschen gibt, die mehr tun, als sie müssen." Er stellte jedoch auch klar heraus, dass "es unmöglich ist, ein Leben für die Musik allumfassend zu würdigen." So war es der Initiative von Erwin Schmitt zu verdanken, dass sich in November 1973 Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene getroffen haben, um die Ausbildung von Nachwuchsmusikanten und deren regelmäßige Proben zu organisieren. Nachdem es ihm gelungen war, Musiklehrer zu verpflichten, hat sich das Leistungsvermögen der damals jungen Kapelle stetig erhöht.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten - die Proben fanden anfangs in Schmitts Waschküche oder später in der Schule statt - konnten die Musikanten in das neuerrichtete Feuerwehrhaus umsiedeln.

Bei ihrem ersten großen Auftritt anlässlich eines Festzuges in Wartmannsroth unter Führung von Erwin Stadermann, lag das Durchschnittsalter weit unter 20 Jahren. Mit dabei waren über 40 Musikanten in schwarz-weißer Tracht. Wertungsspiele, mit nicht zählbarbaren Proben, formten den jungen Verein zu einem festen Klangkörper.

35 Jahre an der Spitze

Bei der Gründungsversammlung 1977 wurde Erwin Schmitt zum 1. Vorsitzenden gewählt. Über 35 Jahre hat er seitdem die Geschicke des Vereins geleitet, bevor er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Unter seiner Führung wurden die Kreismusikfeste 1981,1988, 1995, 2005 sowie ein Musikfest 1985 organisiert.

Aufgrund dieser Feste und Auftritte hatten die Klingenthaler genügend Kapital, um regelmäßig ihre Tracht zu ergänzen, sich eine Musikanlage im Wert von 50 000 Mark und einen Ford Transit zu kaufen. "Zu vielen Auftritten in der Neumühle, bei Ständchen, am Fasching, zur Maibaumstellung, bei Weckrufen und Prozessionen hast Du souverän den Taktstock geschwungen", dankte der Vorsitzende Schmitt für sein Engagement. Die unzähligen Vorstandsitzungen und Rücksprachen mit anderen Vereinen seien in Zahlen nicht beschreibbar. "Ich hoffe, dass wir einen Teil deiner unermüdlichen Vereinsarbeit, an dich zurückgeben konnten", so Schühler weiter. Dafür sprechen die Erfolge der aktiven Musikanten und viele gelungene Feste mit großem Helfereinsatz.

Verborgenes Organisationstalent

Zwischenzeitlich hat der Verein auch die ehemalige Schule in Windheim gekauft, überschattet durch zwei Rechtsstreitigkeiten, aber genau zum richtigen Zeitpunkt, um den Betrag in das neu sanierte Feuerwehrhaus zu investieren. "Ein genialer Schachzug in Nachhinein."

Der Vorsitzende verriet außerdem: "Was sich bisher zwischen den vorgelesen Zeilen verbirgt, zeichnet dich als Organisationstalent aus, das unzählige Stunden für die Klingenthaler Musikanten geleistet hat, das gegen alle Widrigkeiten vorgegangen ist und den Namen der Klingenthaler Musikanten stets hoch gehalten hat."

Die Ehrungen von der Bundesvereinigung Deutscher Blasmusikverbände und des Nordbayerischen Musikbundes für 50 Jahre aktive Musiktätigkeit beziehungsweise für jahrzehntelange Dirigententätigkeit bestätigen Erwin Schmitt als Vollblutmusikant. Darüber hinaus war er viele Jahre beim NBMB stellvertretender Kreisvorsitzender.
"Die Ehrung, die jetzt verliehen wird, würdigt nur einen Teil deiner Verdienste um die Klingenthaler Musikanten Windheim", musste Schühler eingestehen. Für die Verpflichtungen, wie Konzerte besuchen und Einladungen, die aus aus diesem Engagement heraus entstehen, zeichnen jetzt die Klingenthaler verantwortlich.