Mit den Kindergartengebühren befasste sich der Euerdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Bisher betrug der durchschnittliche Monatsbeitrag 70 Euro für täglich vier Stunden. Mit sechs zu fünf Stimmen entschied sich das Gremium für künftig 80 Euro im Monat.
Für Personal- und Betriebskosten errechnete Bürgermeisterin Patricia Schießer allerdings einen kostendeckenden Beitrag von 115 Euro, wobei die Investitionskosten von 1,86 Millionen Euro nicht berücksichtigt sind. Kämen sie dazu, müsste der Monatsbeitrag weit jenseits der 200-Euro-Grenze liegen. Ein plausibler Vorschlag zur Erhöhung der Gebühren - mit denen der Markt ohnehin am unteren Beitragslimit liegt - kam von Elmar Hofmann. Er forderte als Ausgleich für das kostenfreie Jahr der "Vorschulkinder", einen Euro für die jüngeren Kinder pro Stunde und Kind mehr um zumindest einen Teilausgleich zu erzielen.

Kompromiss gefunden

Während Schießer zunächst 95 Euro als Grundbetrag favorisierte, sprach sich Dietmar Büchner für 85 Euro aus. Ein Antrag von Jochen Huppmann, die Verwaltung solle den Kostenbedarf aufschlüsseln und dem Rat vorlegen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Räte einigten sich schließlich auf den Vorschlag von Vize-Bürgermeister Klaus Kaufmann, der den Grundbetrag von 80 Euro vorgeschlagen hatte.
Die Wettbewerbsausschreibung zur Innerorts-Sanierung könnte dem Markt ein neues Rathaus bescheren. Ein Amtssitz wäre in der Hammelburger Straße denkbar, in der das Gasthaus "Zum Mohren" sein leeres Dasein fristet. Das bisherige Rathaus ist ohnehin zu klein und müsste umfassend renoviert werden.
Platzmäßig nicht mehr ausreichend und mit marodem Keller und beschädigtem Dach versehen, entspricht das Gebäude am "Zeilweg" längst nicht mehr den aktuellen Brandschutzvorgaben, berichtete Bürgermeisterin Patricia Schießer. Das Grundstück für einen Neubau an der Ecke Hammelburger Straße/Gerichtsgasse ist bereits im Besitz der Gemeinde.
Es gelte einen Handlungsfaden für das Sanierungsgebiet - Ringmauer, Kindergarten, Bauhof, Kirche - zu entwickeln um an Zuschüsse zu kommen, erinnerte Planer Bernd Müller. Da der Sanierungsbedarf zunächst nachzuweisen ist, soll eine Kommission - bestehend aus dem Planer, der Bürgermeisterin und mehreren Räten - Ende August oder im frühen September besagtes Areal "unter die Lupe zu nehmen".

Auftakt im September

Für Mitte September plant Müller eine Auftaktveranstaltung und erwartet "erste Ergebnisse". Danach sollen Workshops für die Bürger und eine Bürgerversammlung für den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb folgen. Die Konzeptvorstellung datierte der Planer auf Mai 2015. Müller erhielt den einstimmigen Auftrag des Rates für die Untersuchung des Sanierungsgebiets und die Ausschreibung.
Neben dieser Sanierungsplanung hatte das Ratsgremium allerdings auch über einen Änderungsbeschluss eines weiteren Sanierungsgebiets zu befinden, nämlich den innerörtlichen Bebauungsplan "Ortskern-Ost" an der Schweinfurter Straße, für das der Rat eine Änderung des Bebauungsplans erließ. Zwar will er keine Bauvorhaben zurückstellen, doch möchte der Markt ein gewichtiges Mitspracherecht. Die zwei Jahre währende Veränderungssperre gilt hier nur für markante, bauliche Abweichungen.
Über drei Standorte von Werbetafeln will der Rat in einer der nächsten Sitzungen entscheiden. Die Vorschläge - am Viadukt, auf einem gemeindeeigenen Platz vor der Firma "Perma" und einer Litfaß-Säule am Marktplatz - sollen zunächst geprüft und mit dem Bauantrag abgestimmt werden.
Guntram Gock bat in der Gemeinderatsitzung zudem um einige Reparaturen, bzw. Verschönerungen im Ortsteil Wirmsthal, unter anderem am Begrüßungsstein und an der gerissenen Friedhofsmauer.