Der Markt will in der Alten Schule Elfershausen einen Jugendraum einrichten. Für dieses Projekt berief die Gemeinde eine Jungbürgerversammlung ein, die klären sollte, ob dafür Interesse besteht. Rund 30 Jugendliche fanden sich im Schlosskeller ein, die ihre Wünsche vorbringen konnten.

"Wir haben bisher bezüglich eines Jugendraums nicht die besten Erfahrungen gemacht", räumte Bürgermeister Ludwig Neeb (CSU) mit Blick auf das vor etwa sechs Jahren geschlossene Jugendzentrum im Pfarrheim ein. Der Jugendbeauftragte im Gemeinderat, Rainer Kuhn, wusste auch, warum das Pfarrheim-JUZ "den Tod vieler Jugendzentren" erlitt. "Zu viele Ältere und Auswärtige nisteten sich hier ein. Es wurde Alkohol getrunken, Poker gespielt und die Sauberkeit ging den Bach runter. Die Pfarrgemeinde musste die Räume sanieren. Sie lässt im Pfarrheim keine Institution dieser Art mehr zu", begründet er.

Deshalb sollen die Zölf- bis 18-jährigen einen Raum in der Alten Schule erhalten, die allgemein als Vereinsheim kategorisiert wird, aber offiziell (noch) keines ist. Nachdem sich die heimische Kolpingfamilie vor einem Jahr auflöste, steht im Gebäude ein freier Raum im Oberstock zur Verfügung. Den Raum im Untergeschoss - der als Jugenddomizil vorgesehen ist - belegt derzeit noch der Karnevalsverein Blau-Weiß, dessen Vorsitzender Jürgen Seit aber signalisierte, auch mit dem Obergeschoss vorlieb zu nehmen.

Allerdings tut sich ein anderes Problem auf. Das Gebäude muss brandschutztechnisch ertüchtigt werden, fordert das Landratsamt. "Wir müssen, Raum für Raum, feuerbeständige Decken und Feuerschutz-Türen einbauen. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, da ist der Winter vorbei", informierte der Bürgermeister die jungen Gäste, denen er für die Zeit der Arbeiten den Schlosskeller anbot, "der aber gelegentlich auch für andere Veranstaltungen gebraucht wird".

Wünsch formuliert

Unter Regie des Jugendbeauftragten des Landkreises, Tobias Meierl, konnten die Jugendlichen ihre Vorschläge schriftlich niederlegen. Da kam einiges zusammen das manchmal auch etwas überbordete. Das übliche Mobiliar, Geschirr, eine Musikanlage, Heizung, Beleuchtung, eine Fernsehgerät, ein Kicker, eine kleine Bar, Getränke und ein WC sind "normal".

Für einen Billardtisch dürfte der Platz allerdings nicht ausreichen. Und ob eine Mikrowelle, ein so genanntes Air-Shuffle und ein Mini-Grill zu finden sein werden, scheint ebenfalls eher fraglich. Immerhin betrachtete Meierl die Vorstellungen der jungen Leute als "weitgehend realistisch", zumal sich einige bereit erklärten, private Gegenstände, wie etwa eine Playstation, einzubringen.

"Neben der Gemeinde müssen natürlich auch die Nutzer Verantwortung übernehmen und eine Hausordnung erstellen", erinnerte Meierl, der an das Alter angepasste Öffnungszeiten empfahl und "harten, alkoholischen Getränken" eine klare Absage erteilte. Auf die probeweise Anfrage, wer denn bereit wäre Verantwortung zu übernehmen, meldeten sich vier Jungs und drei Mädchen.

Den künftigen Nutzern gab Gemeinderat Alfons Hausmann seine positiven Erfahrungen aus dem JUZ Langendorf weiter. "Sucht vorher das Nachbarschaftsgespräch wenn es etwas lauter wird oder länger dauert. Probleme machen meist nur einzelne. Die gilt es im Zaum zu halten. Gebt euch deshalb den Kodex: Wir achten auf unseren Jugendraum", empfahl der Hammelburger Polizeichef.