"Hier liegt geborgen...": Über die Erfassung jüdischer Grabmäler in Bayern, die Ziele, Methoden, und den aktuellen Stand referiert

Susanne Klemm vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege am Donnerstag, 8. Juli, um 19 Uhr in der Markthalle in Hammelburg.

Jüdische Friedhöfe sind ruhevolle Orte. Oft abseits der Städte angelegt, zeigen sie eine beeindruckende Vielfalt an Grabmälern vom ausgehenden Mittelalter bis in die 1940er Jahre. In Bayern gibt es heute 124 jüdische Friedhöfe mit etwa 80 000 Grabsteinen.

In ländlichen Orten, so auch in Pfaffenhausen bei Hammelburg, sind große Verbandsfriedhöfe zu finden, die von mehreren Gemeinden als zentrale Begräbnisstätten genutzt wurden. Ihre Gründung reicht oft in das 15. und 16. Jahrhundert zurück. Die Grabstätten und Grabsteine gehören den Verstorbenen auf ewig, daher werden jüdische Grabstätten niemals aufgelassen.

Bereits 1929 forderte der jüdische Kunstsammler Dr. Michael Berolzheimer eine Inventarisierung jüdischer Grabinschriften - eine Arbeit, die bisher erst für wenige Friedhöfe in Süddeutschland geleistet werden konnte. Das ist umso bedauerlicher, als die Inschriften auf den Grabsteinen jüdischer Friedhöfe einerseits durch Verwitterung und Verfall unwiederbringlich bedroht sind, sie andererseits aber eine Quelle ersten Ranges für die Erforschung der Geschichte der jüdischen Gemeinden darstellen.

Eine umfassende Dokumentation der Grabmäler und ihrer Inschriften ist daher dringend geboten. Sie wird durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege seit 2020 in einem interdisziplinären Projekt realisiert. Im Vortrag werden Ziele, Methoden und erste Ergebnisse des Projekts erläutert. Auch die schrittweise Erfassung und Dokumentation des jüdischen Friedhofs in Pfaffenhausen ist geplant.

Aufgrund der geltenden Hygienebestimmungen ist die Zahl der Zuhörer begrenzt und daher eine Anmeldung erwünscht unter Tel.: 09732/902 430, E-Mail kulturamt@hammelburg.de. Der Vortrag ist kostenfrei, Spenden für die Erinnerungsarbeit sind willkommen.