Im Spätsommer vergangenen Jahres kündigte Geschäftsführerin Anja Binder überraschenderweise an, dass sie die Stadtwerke Hammelburg verlassen werde. Grund dafür war die Suche nach einer neuen Herausforderung. Nachdem sie im Dezember 2021 ihren letzten Arbeitstag hatte und bis dato noch kein Nachfolger feststand, bestimmten die Aufsichtsratsgremien übergangsweise Stephan Dausacker für den Posten. Seit 1. April ist die Stelle nun wieder besetzt: Der 52-jährige Matthias Metz aus Arnshausen übernimmt das Amt des Geschäftsführers.

Die Aufgaben der Stadtwerke sind dem gelernten Elektrotechniker nicht fremd. Bevor er seine neue Stelle in Hammelburg antrat, war er bereits 28 Jahre in Bad Kissingen bei den Stadtwerken tätig. Dort besetzte er vor seinem Weggang die Stelle des Abteilungsleiters für Stromnetze und Parkhäuser. "Ich habe das quasi von der Pike auf gelernt", beschreibt er seine langjährige Erfahrung. Als Grund für seine Kündigung nennt er: "Vom Abteilungsleiter zum Geschäftsführer bedeutet natürlich einen Sprung auf der Karriereleiter." Aber: Nicht nur die Aussicht auf einen höheren Posten habe ihn dazu gebracht, sich für die Stelle zu bewerben. Auch eine neue Herausforderung habe ihn schon lange Zeit gereizt. Daneben sieht er auch seine Nähe zum Standort als Vorteil.

Herausforderungen

Dass die Stadtwerke Hammelburg etwas kleiner sind als die in Bad Kissingen, sieht der 52-Jährige positiv. Die Aufgaben und Herausforderungen seien die gleichen, unabhängig von der Größe, erzählt Metz. Auch Armin Warmuth ist sich sicher, mit ihm die richtige Wahl getroffen zu haben.

Als Bürgermeister ist er gleichzeitig auch Aufsichtsvorsitzender der Stadtwerke GmbH. "Wir sehen in Matthias Metz, die Person, die bestens geeignet ist, die Stadtwerke mit uns zu führen." Die Zeit sei schließlich keine einfache. Unzählige Herausforderungen warten nun auf den neuen Geschäftsführer. Angefangen beim Klimawandel, der Digitalisierung und Wasserversorgung bis hin zur Sorge um die Gasversorgung und die hohen Preissteigerungen. Die Angst der Leute, dass Gas in Zukunft knapp werden könnte, kann der Interimsgeschäftsführer Dausacker aktuell nicht bestätigen. "So lange nichts gesperrt wird, muss niemand fürchten, kein Gas mehr zu bekommen." Er betont: Es müsse viel passieren, bis es so weit komme. Auch die Tochtergesellschaft der Stadtwerke - das Saaletalbad - gehört zum Aufgabengebiet des Geschäftsführers, da es sich dabei um einen Dienstleister für die Bürger und ein Aushängeschild für die Stadt handelt. "Es soll natürlich wirtschaftlich laufen und gut ausgestattet sein", verdeutlicht der Bürgermeister. Aktuell fährt das Schwimmbad allerdings defizitär. Für die Zukunft wünscht sich Warmuth, dass Bad erhalten zu können und bei einem möglichst kleinen Defizit zu bleiben. Um den Standort für die Bürger attraktiv zu halten, soll möglicherweise in den Saunabereich des Bades investiert werden. Genaueres steht allerdings noch nicht fest.

Enge Zusammenarbeit

Bei dem Bewerbungsverfahren wurden die Stadtwerke von der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner unterstützt. Und: Insgesamt arbeiten bei den Stadtwerken Hammelburg 73 Mitarbeiter, die es für den 52-Jährigen nun zu führen gilt. Deshalb war es Warmuth besonders wichtig, auch den Personalrat eng in das Entscheidungsverfahren mit einzubinden. In Bad Kissingen war Metz bereits Vorgesetzter von knapp 40 Mitarbeitern.

"Er bringt alle Erfahrung mit sich, um die gute Entwicklung der Stadtwerke weiterzuführen", ist Bürgermeister Armin Warmuth optimistisch. Abgeworben haben sie den ehemaligen Abteilungsleiter allerdings nicht, betont er. Letztendlich war es die neue Herausforderung des Geschäftsführerpostens, die ihn nach Hammelburg gezogen hat. Bereits im Vorfeld hat der neue Geschäftsführer mehrere Gespräche mit Dausacker geführt und sich so intensiv in den neuen Beruf eingearbeitet. Bestimme Ziele hat er sich nicht gesetzt. "Die Prioritäten ergeben sich durch die Zeit von ganz allein", ist er sich sicher. Aktuell wird aufgrund der politischen Lage sowieso vieles wieder über den Haufen geworfen. Sein Steckenpferd sei allerdings die Digitalisierung, ist er der Meinung. Und: Auch von der Elektromobilität ist er persönlich sehr überzeugt. Auf ihn zukommen wird allerdings auch der Umbau der Wärmeversorgung und der Stromnetze. Besonders in Strom haben die Stadtwerke immer wieder investiert. "Wir müssen unter anderem versuchen, die Preise durch geschickte Einkaufsstrategien möglichst gering zu halten", erklärt Dausacker. Dies sei aber immer auch abhängig von der aktuellen Marktlage.

Team im Juli komplett

Zum 1. Juli soll dann auch die Stelle des kaufmännischen Leiters neu besetzt werden. "Mitte des Jahres ist unser Team dann wieder komplett aufgestellt", freut sich der Bürgermeister. Damit sind die Stadtwerke dann bestens gerüstet, um die kommenden Herausforderungen meistern zu können.

Milena Meder