Die meisten der Kolleginnen an der Grundschule am Mönchsturm in Hammelburg waren noch nicht auf der Welt, als Gabriele Emmert im Herbst 1975 ihren Dienst an der Volksschule Hammelburg antrat. Knapp 45 Jahre lang war sie als Förderlehrerin für alle Kinder eine wertvolle Hilfe, die neben dem normalen Unterricht etwas Unterstützung brauchen konnten. Nun wurde sie von der Schulgemeinschaft mit Musik und einer Feier in den Ruhestand verabschiedet.

"Ich habe schon sehr viel Zeit in der Schule verbracht, eigentlich mehr Zeit als irgendwo sonst", erinnert sich Gabriele Emmert, denn sie war als gebürtige Hammelburgerin selbst schon Schülerin der damaligen Volksschule. Das heißt, sie hat fast ihr gesamtes Leben bisher mit der Schule zu tun gehabt.

Wird ihr die Schule dann nicht fehlen? "Es wird mir schon schwerfallen", gesteht Emmert, "Ich hatte immer große Freude an meinem Beruf. Aber ich nehme Freundschaften mit und werde weiter Kontakt mit der Schule halten. Ich freue mich auch auf den neuen Lebensabschnitt und darauf, mehr Zeit für andere Dinge zu haben."

An der Würzburger Pädagogischen Hochschule hat sie ihre Ausbildung zur Pädagogischen Assistentin absolviert. Danach kam sie nach Hammelburg zurück und arbeitete seitdem als Förderlehrerin, wie der Beruf heute heißt, mit Generationen von Kindern. "Das Faszinierende an meinem Beruf war für mich, dass durch die Verschiedenartigkeit der Kinder meine Arbeit abwechslungsreich und breit gefächert war." Gabriele Emmert gab Vorkurse für Vorschulkinder zur Sprachförderung im Deutschen, in jüngerer Zeit auch für viele Kinder, die auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland kamen. Ihre Fachkenntnisse in Legasthenie und Dyskalkulie halfen auch zahlreichen Schülerinnen und Schülern. Über die Jahre hat Emmert viele Schulleitungen gesehen und die Veränderungen im Schulleben mitgemacht. Durch ihre Erfahrung und Hilfsbereitschaft war sie eine wertvolle Ansprechpartnerin für das Kollegium, hieß es in der Laudatio.