Wenig junge Bäcker

Auf der Nachwuchsseite sieht es ebenfalls nicht gut aus. Wenig junge Leute begeistern sich für Handwerk im Allgemeinen. Einer der Gründe mögen die Arbeitszeiten sein. "Unter der Woche fangen wir um drei Uhr morgens an, am Samstag auch gerne mal schon um Mitternacht. Da ist Party am Freitag halt selten möglich", sagt Winter. Mut mache ihm allerdings die Erkenntnis, dass es nach wir vor aber junge Bäcker gibt, "die bereit sind, das wirklich zu leben und sich sehr viel Mühe geben".

Trotz allem plant auch Winter, in naher Zukunft aus dem Bäckereihandwerk auszuscheiden. Die kleine Bäckerei an der Elfershäuser Hauptstraße wird mit dem Renteneinstieg ihres Eigentümers schließen, Winter diese nicht weiterführen. Die Arbeit in einer Großbäckerei ist ebenfalls keine Option für den leidenschaftlichen Handwerker: "Dann würde ich ja genau den Produktzweig unterstützen, mit dem ich wirklich wenig anfangen kann. Ich merke aber bei Probearbeiten für andere, fachfremde Firmen, dass die Bäckerei schon meine Berufung ist." Für die Zukunft prognostiziert Winter allerdings, dass es immer weniger kleine Bäckereien mit dem aktuell noch gewohnten Sortiment geben wird.

Aufgrund des unbestreitbaren Qualitätsvorteils werden diese sich anders aufstellen müssen: "Es muss, denke ich, eine Spezialisierung wie bei Brauereien kommen. Wenn die Kundschaft weiß, dass sie da gerade etwas sehr Exklusives kauft, dann nimmt sie das auch an."