Die Begeisterung und Leidenschaft für sein Handwerk merkt man Winter, trotz der routiniert ausgeführten Arbeitsschritte, schon bei der alltäglichen Arbeit an. Insbesondere das große, viel Kreativität erfordernde Feld an Produktentwicklungsmöglichkeiten fasziniere ihn nach wie vor. "Manchmal diskutieren der Chef und ich über eine Idee, manchmal macht man das auch einfach und schaut, was am Ende dabei herauskommt", beschreibt Winter lächelnd.

Von der Idee zum Verkaufsrenner

Klar, nicht alle Ideen sind stets zündend, manchmal kommt aber auch unerwartet ein Verkaufsrenner dabei heraus. "Heribert wollte unbedingt etwas mit Lauch machen. Ich habe dann gedacht, Mensch, da harmoniert Anis doch gut dazu", die anfängliche Skepsis des Chefs wurde durch das Endprodukt beruhigt, und "auch die Kundschaft hat das gemerkt. Also gibt es jetzt Taler, belegt mit Lauch, Speck, Anis und Schmand", so Winter.

Hemmschwellen gibt es für die beiden Bäckermeister wenig: "Wir sind beide sehr neugierig und probieren gerne und viel aus." Aber auch die Bäckerzunft trifft die seit Jahren andauernde Entwicklung weg vom Handwerk hin zur Massenproduktion.

Winter sieht darin keine Geringschätzung des Handwerks an sich, aber: "Die Leute sind halt bequem. Wenn ich gerade im Supermarkt bin, dann nehme ich halt auch mal was aus dem Plexiglaskasten." Qualitativ sei das laut Winter zwar nicht vergleichbar, da er als Handwerker immer schaue, seine Arbeit jeden Tag bestmöglich zu erledigen, "doch auch wir merken natürlich den Umsatzrückgang".