Bürgermeister Ludwig Neeb (CSU) schien überrascht. "Es ist erstaunlich, was hier geschehen ist", sagte er bei der offiziellen Übergabe. Denn der bisher letzte Eindruck, den er im Frühling beim Ortstermin mit dem Bauausschuss aus den Räumlichkeiten mitnahm, war eher bescheiden. Heruntergekommen und dringend sanierungsbedürftig präsentierte sich seinerzeit das alte JUZ, das wohl mehr geschmäht, denn geliebt wurde.
In nur einem halben Jahr gelang es, auf 60 Quadratmetern ein properes Jugendzentrum in drei Räumen zu etablieren. "Das ist ein Projekt, auf das Machtilshausen stolz sein kann", betonte Neeb. Er dankte den freiwilligen Helfern, vor allem den Jugendlichen, denen die Gemeinderäte Edgar Wolf und Elmar Zier (beide Bürgerliste Machtilshausen) halfen. Die beiden Räte kümmern sich auch weiterhin um die Einrichtung.
Erstaunlich sind auch die geringen Kosten. Gerade mal 2500 Euro betrug der Aufwand, um ein behagliches und altersgerechtes Jugend-Domizil zu errichten. Weit mehr als die Hälfte der Summe entfiel auf Materialbedarf. Ein Aufenthaltsraum mit Polstermöbeln, eine gespendete Küche und eine Bar mit Billardtisch sowie eine restaurierte Toilette stehen hier zur Verfügung.

Bewundernde Blicke

Die vielen Besucher, die nach dem Gottesdienst der Segnung durch Pater Josef beiwohnten, staunten über neue Decken, Fußböden und Tapeten sowie den frischen Anstrich. "Jetzt fühle ich mich hier wohl", freute sich auch der 18-jährige Andreas Schmidt. Der Forstwirt-Auszubildende will ein Auge auf Sauberkeit und genügend Brennmaterial für die beiden Holz-/Kohleöfen werfen.
"Das Holz bekommen wir gestellt, zerkleinern müssen wir selbst", informierte der Interimssprecher der Jugendlichen, der noch heuer einen JUZ-Vorstand anstrebt. Im Fall seiner Wahl möchte er Verantwortung übernehmen. "Wenn wir uns am Samstagabend im JUZ treffen, wird am Sonntag geputzt", unterstreicht der älteste unter den rund 20 jungen Nutzern.
Besonders stolz ist die 16-jährige Katrin Simon, die als an der Stundenzahl gemessen fleißigste Helferin einen Blumenstrauß von Edgar Wolf erhielt. Als Maler- und Lackierer-Auszubildende der Firma Stöth quasi vom Fach, hat sie fast eine ganze Arbeitswoche eingebracht.

"Mein Herz hängt an dem Projekt"

"Wir haben uns reingekniet und das ganz gut hingebracht", resümierte sie und meinte: "Es musste was passieren, denn das alte JUZ hat keinen Anklang mehr gefunden. Und wir wollen im Winter nicht an der Bushaltestelle stehen." Dank sagte sie für die Unterstützung der Gemeinde und der Machtilshausener Räte. "Die Öffnungszeiten sind nicht festgelegt. Der Schlüssel für den Jugendraum kann aber bei Bedarf bei Edgar Wolf und nach der Wahl auch bei unserem Vorsitzenden abgeholt werden", informierte sie.
3. Bürgermeister Wolf bekannte: "Mein Herz hängt an diesem Projekt." Er will auch in anderen Situationen, zum Beispiel bei schulischen Problemen, den Jugendlichen beistehen. Eines ist allerdings klar für ihn: "Geburtstage und sonstige Feten werden hier nicht gefeiert. Dafür haben wir das Sportheim". Das Helferfest mit Pizza, das er noch ausrichten will, darf aber im JUZ stattfinden.