Pater Josef Maliekel blickt etwas nachdenklich auf die Kirche und das Pfarrhaus in Elfershausen. Hier war er sechs Jahre lang zu Hause. In wenigen Tagen muss er Abschied nehmen von der lieb gewonnenen Umgebung. Der Kaplan und Pfarrvikar tritt eine neue Stelle als Seelsorger in Gaukönigshofen an.
"Ich habe mich hier wohl gefühlt, das war meine zweite Heimat", gesteht der im indischen Bundesstaat Kerala Geborene. Er habe nie Probleme mit den Gläubigen gehabt. "Sie haben mich mit offenen Herzen aufgenommen. Ich bin genauso auf sie zugegangen, denn weg von den Menschen kann ich nicht leben", bekennt der Geistliche.

"Echte Freundschaft stirbt nicht"

Man glaubt dem 41-Jährigen, wenn er sagt, dass ihm der Abschied von Elfershausen schwer falle. "Ich habe in der Pfarreiengemeinschaft Saalekreuz viele Freunde gewonnen und mich nie fremd gefühlt. Deshalb will ich mit meinen Freunden in Kontakt bleiben, denn echte Freundschaft stirbt nicht", macht der Pater deutlich.
Josef Maliekel, zweitjüngstes von fünf Geschwistern, trat in jungen Jahren in den Orden der Missionare vom Apostel Thomas (MSF) ein. Später studierte er im Vatikan Theologie und Patrologie, die Lehre von den Kirchenvätern. Schon während seines Studiums half er als Seelsorger im Bistum Würzburg aus und erweiterte dabei seine Deutschkenntnisse, die er im Studium vertiefte.

Stelle bis heute vakant

In der Pfarrei Elfershausen fand Pater Josef in der Nachfolge von Pfarrer Karl Feser seine erste Stelle als Kaplan und Pfarrvikar. Nach der Zusammenlegung der Pfarreien und der Versetzung der bis heute vakanten Pfarrstelle in Fuchsstadt von Dekan Erich Sauer betreute er auch die 2008 gegründete Pfarreiengemeinschaft.
Eine Pfarreiengemeinschaft gibt es auch in Gaukönigshofen, die mit acht Gemeinden ähnlich groß ausfällt wie die hiesige. "Ich habe mich bereits dort umgeschaut und kundig gemacht. Wenn ich dort drei Jahre als Pfarrvikar tätig bin, kann ich eine Pfarrerstelle übernehmen", erläutert der 41-Jährige.
Schwierigkeiten vermutet er auch in seinem neuen Wirkungsbereich nicht. Denn nach eigenem Bekunden fühlt er sich "sehr wohl in der deutschen Kultur, der Mentalität und der Sprache", die er inzwischen fließend beherrscht.
Der Dank des Seelsorgers gilt den Menschen in der Pfarreiengemeinschaft "Saalekreuz" für ihre Großzügigkeit und ihr Entgegenkommen. "Sie haben mich als Bruder, Sohn und Mensch angenommen, und sie sind jederzeit willkommen bei einem Besuch an meinem neuen Wirkungsort", betont der Scheidende.

"Glauben vertiefen"

Der Rat, den Pater Josef Maliekel seinen nunmehr ehemaligen "Schäfchen" gibt, ist zweifellos auch von allgemeiner Gültigkeit: "Die Menschen sollten den Glauben ernst nehmen und nicht verflachen lassen, sondern vertiefen. Die Gläubigen im Saale-kreuz sind eine aktive Gemeinschaft, die sich engagiert. Das sollten sie beibehalten", betont der Geistliche.
Auch wenn er sich wohl fühlt und noch lange in Deutschland bleiben möchte, kehrt er eines Tages seiner zweiten Heimat den Rücken. "Irgendwann werde ich in meinen Orden nach Indien zurückkehren", weiß Josef Maliekel.
Der Abschiedsgottesdienst für den beliebten Seelsorger findet am kommenden Sonntag, 31. August, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche von Elfershausen statt. Nach der Messe bietet sich den Gläubigen Gelegenheit von Pater Josef persönlich Abschied zu nehmen.