Seit 13 Jahren organisiert Brigitte Keidel von der Hammelburger Tourist-Information das Höflesfest. Am Samstag, 13. August, ist es wieder soweit. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren.
"Das war ein Baby von Bürgermeister Ernst Stross", erinnert sie sich auf Nachfrage der Zeitung. Und es lief von Anfang an gut. Das besondere Flair und natürlich auch der Blick hinter die Kulissen der Fassaden ziehen jedes Jahr sowohl Einheimische als auch immer mehr auswärtige Gäste an.
Allerdings war die Bereitschaft private Höfe für das breite Publikum zu öffnen von Anfang an gering. "Es war mal mehr, und ich schreibe auch jedes Jahr viele an, aber das Echo ist eher gering", bestätigt Brigitte Keidel. Der große Arbeitsaufwand, die Planung und auch die notwendigen Helfer zu stellen, zumal auch Urlaubszeit ist, stellt für Privatleute oft ein Problem dar. Eine Teilnahme ist meist nur möglich, wenn die gesamte Familie und Freunde anpacken.


Eröffnung im Rineckerhof

Heuer ist es lediglich Maria Rinecker, die ihren Hof in der Dalbergstraße für das Fest öffnet und bewirtet. Dort findet erstmals auch die Eröffnung durch die MGV Chorgemeinschaft statt. Die übrigen sechs Höfe werden von Winzern oder anderen Betrieben bewirtschaftet. Sowohl die Festorganisatorin als auch andere Teilnehmer, wie Ingrid und Wolfgang Fella, zeigen jedoch Verständnis dafür, dass es für Privatleute nicht einfach ist.
"Du bist drei Tage mit Auf- und Abbau im Einsatz, musst den Einkauf von Essen und Getränken für eine ungewisse Anzahl an Besuchern planen, und brauchst etwa zehn Helfer pro Hof, um die Bewirtung zu stemmen", fasst Brigitte Keidel zusammen. Zudem teilen sich die Teilnehmer die anfallenden Kosten für Musik, Gema, Ausschankgenehmigung, Flyer und Führung. Sie habe sich sogar einmal die Mühe gemacht und 30 Familien mit Höfen angerufen, von 28 gab es quasi gleich eine Absage. Beim Altstadtadvent sei die Bereitschaft höher, vermutlich weil die Hofinhaber weniger Arbeit hätten, sagt sie. Auch Vereine hätten schon unterstützt und Höfe bewirtschaftet, aber bisher eben nicht dauerhaft. Heuer wollte beispielsweise die Flugsportgruppe (FSG) den Forstamtshof bewirtschaften, musste jedoch leider kurzfristig absagen.


Von Anfang an dabei

Heuer lastet die Arbeit auf sieben Höfen. Einer davon gehört Ingrid und Wolfgang Fella, die mit ihrem Brennereihof seit Anfang an dabei sind. "Wir haben es einfacher, wenn das Essen ausgeht hole ich Nachschub hinten im Laden", sagt Ingrid Fella. Für Privatleute sei die Planung schwieriger. Jetzt, wo es weniger Höfe sind, benötigt sie etwa 13 Helfer und verkauft an zwei Theken, damit die Schlange nicht so lang wird und die Leute verärgert sind, weil sie warten müssen. "Es ist viel Arbeit, aber es macht immer wieder Spaß", sagt Ingrid Fella, und es sei ein total schönes Fest. Zwar sei es eine Masse an Menschen, aber die verteile sich auf die ganze Stadt. Zu den Höfen kämen ja auch die Gaststätten, die im Freien bewirten.
Und das Wetter hat bis jetzt auch immer gepasst. Für die Teilnehmer lohnt sich das Fest allemal. Denn eines ist auch klar: "Nach dem Höflesfest haben wir immer zwei Wochen zu, da sind wir leer gegessen!", lacht Ingrid Fella. Das Fest nur in einem zweijährigen Rhythmus zu veranstalten findet keiner der Verantwortlichen gut. "Viele halten sich den Termin Mitte August frei, beispielsweise Wohnmobilisten planen sogar ihren Urlaub danach", berichten Ingrid Fella und Brigitte Keidel aus Erfahrung.
Man denke lediglich darüber nach, dass die Musiker nicht mehr umherziehen, sondern fest in einem jeweiligen Hof spielen, sagt Keidel. Das bedeute zum einen für die Musiker weniger Zeit- und Arbeitsaufwand. Zum anderen ziehen ja die Besucher umher und laufen damit nicht Gefahr, immer dem gleichen Musiker über den Weg zu laufen, sondern kommen in den Genuss aller Bands. Bisher - und so wird es auch heuer sein - ziehen die Musikanten von Hof zu Hof.



Eröffnung Der offizielle Beginn mit Begrüßung und musikalischer Umrahmung durch den MGV findet am Samstag, 13. August, um 18 Uhr im Rinecker Hof in der Dalbergstraße statt. Einige Höfe bieten bereits ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen.

Höfe
In diesem Jahr nehmen der Brennereihof Fella, das Hotel "Deutsches Haus"/ Wandelbar, das Wohnheim der Lebenshilfe, Weingut Müller, der Rineckerhof, der Hof der Einhorn Apotheke/ Stadtcafé und der Winzerkeller mit dem Kellereischlosshof teil. Die Höfe bieten Schoppenweine und erlesene Weinspezialitäten Hammelburger Reblagen sowie regionale Speisen. Der Forstamtshof, der im Flyer ebenfalls zu finden ist, wird nicht öffnen. Die Flugsportgruppe, die dort bewirten wollte, musste leider kurzfristig absagen.

Musik Für die musikalische Unterhaltung sorgen ab 18.30 Uhr die "Wasserlöser Pfannenflicker", Konrad Albert, das "Rhöner Blechle", "D.A.B. - Die andere Blasmusik", die "Stammtischmusik Ballinghausen", der MGV, die Band Frankenland aus Gädheim und das Saxophonquartett. Die Künstler und Gruppen ziehen bis 24 Uhr von Hof zu Hof.

Führung Unter dem Motto "Der Wein macht's möglich" startet um 16.30 Uhr am Marktplatz die Altstadtrunde. Eva Albert führt Interessierte bis 18 Uhr durch die Altstadt. Anmeldung ist nicht erforderlich.